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Jugendbuch

 
Die Stadt der wilden Götter

Autorin: Isabel Allende
Aus dem Spanischen von Svenja Becker

Lesestufe: ab 12 Jahre
gebunden, 354 Seiten
erschienen: August 2002
Hanser
ISBN: 3446201882
Preis: 16,90 Euro
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Inhalt:
Der Amazonas-Dschungel ist voller Geheimnisse. Aber gibt es dort wirklich ein riesenhaftes menschenähnliches Wesen, das jeden tötet, der seiner ansichtig wird? Das soll die Expedition herausfinden, der auch der 15-jährige Alex und die 13-jährige Nadia angehören - ein gefährliches Unterfangen, denn wo man das Wesen vermutet, leben auch die Nebelmenschen, das älteste und rätselhafteste aller Amazonasvölker. Niemand hat sie je gesehen; es heißt, sie könnten sich unsichtbar machen. Tatsächlich fühlen sich die Expeditionsteilnehmer von tausend Augen beobachtet und belauert. Sind die Nebelmenschen schon in der Nähe? Und sind die so feindselig, wie man ihnen nachsagt? Oder haben sie nur gute Gründe, Eindringlingen gegenüber misstrauisch zu sein?

Alex und Nadia werden es bald wissen. Sie werden auch das Geheimnis des riesenhaften Urwaldwesens lüften - und große Abenteuer bestehen müssen, damit sie nicht mit ihrem Wissen in den Tiefen des Dschungels verschwinden.

(© 2002 Carl Hanser Verlag)


Fazit:
Nicht gerade freiwillig begleitet Alex seine Großmutter, eine bekannte Reisejournalistin, zu einer Expedition ins Amazonasgebiet. Ziel ist es, ein geheimnisvolles, großes, menschenähnliches Wesen aufzuspüren, das die Menschen mit seinem Gestank betäubt und dann tötet.
Bücher seiner Großmutter geben Alex einen ersten Eindruck von dieser Welt und den teils noch sehr unzivilisierten Indianern, die ihre Lebensweise und Kultur auch durch den Kontakt mit der sogenannten zivilisierten Welt immer mehr verlieren und zudem aufgrund der reichen Bodenschätze von skrupellosen Geschäftemachern vertrieben werden.
Durch Nadia, die Tochter des Expeditionsführers, lernt er mehr über das Wesen der Indianer, und bei der Begegnung mit einem gefangenen Jaguar wird ihm klar, dass es besondere Kräfte gibt, die er bisher nicht kannte.
Als die beiden Jugendlichen während der Expedition den Nebelmenschen, von denen es heißt, sie können sich unsichtbar machen, begegnen, fällt es Alex im Gegensatz zu Nadia noch schwer, einfach mit ihnen zu gehen. Schon bald aber hat auch er nur noch den Wunsch, diesem Volk, das ihn aufnimmt, seinen Lebensraum und damit seine Lebensweise zu erhalten. Doch dafür müssen er und Nadia zu den Göttern.

Dies ist der erste Roman der weltweit bekannten Autorin Isabel Allende, der sich an Jugendliche wendet. Auch hier ist die gesellschaftliche und politische Situation Südamerikas ein zentrales Thema, das aber durch die Figuren und die Handlung und nicht mit Hilfe von Ausführungen bearbeitet wird. So erfährt man sehr viel über die Lage der Amazonasindianer.
Die Charaktere und Figuren werden sehr gut eingeführt. Der Leser kann sie sich problemlos vorstellen, und mit Nadia und Alex finden sich Identifikationscharaktere sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Ihr Blickwinkel ist der für den Roman maßgebliche, auch wenn aus übergeordneter Perspektive erzählt wird.

Spannend ist schon die Rahmenhandlung, eine Expedition an den Amazonas, um im Gebiet der Nebelmenschen eine geheimnisvolle, gefährliche Bestie zu finden. Weitere kleine Nebenhandlungen steigern diese Spannung noch, so dass man das Buch ungern aus der Hand legt.
Der Roman spielt in der Gegenwart, entführt aber in die unbekannte, geheimnisvolle Welt der Amazonasindianer mit ihrer Religiösität und Magie. Geschickt bewegt sich Allende an der Grenze zum Fantastischen. Der Leser muss selbst entscheiden, ob ihre Beschreibung der Stadt der Götter noch realistisch sein kann oder ob man diesen Roman ins Genre der Fantasyliteratur einordnen soll.
Auf jeden Fall wird ganz nebenbei viel Wissen vermittelt und es wird neugierig gemacht auf die Welt des Amazonas. Eine weiterführende Literaturliste würde sicher Anklang finden.

Einzig schwierig ist der Anfang des Romans. Die Probleme eines Jungen, dessen Sorgen mit seiner Familie, bedingt durch die Krebserkrankung der Mutter, sind nicht unbedingt das, was Jugendliche zum Weiterlesen animiert.
Dafür schmerzt der Abschied der beiden Hauptcharaktere am Ende des Romas nicht nur diese, sondern auch den Leser. Man möchte wissen, was noch geschieht und die beiden gerne weiter begleiten. Wird Alex es mit Hilfe seiner Großmutter schaffen, den Nebelmenschen ihren Lebensraum und ihre Unabhängigkeit zu bewahren?
Ein spannender Abenteuerroman, nicht nur für Jugendliche.

Ebenfalls geeignet für die Schule: Das Buch bietet so zahlreiche und unterschiedliche Diskussionsanreize, dass es als Ganzheitslektüre geeignet ist. Zudem vermittelt es viel Wissen und lässt sich auch literaturwissenschaftlich gut analysieren.

(© 2003 Stefanie Brink)

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