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Inhalt:
Der
Amazonas-Dschungel ist voller Geheimnisse. Aber gibt es dort
wirklich ein riesenhaftes menschenähnliches Wesen, das
jeden tötet, der seiner ansichtig wird? Das soll die
Expedition herausfinden, der auch der 15-jährige Alex
und die 13-jährige Nadia angehören - ein gefährliches
Unterfangen, denn wo man das Wesen vermutet, leben auch die
Nebelmenschen, das älteste und rätselhafteste aller
Amazonasvölker. Niemand hat sie je gesehen; es heißt,
sie könnten sich unsichtbar machen. Tatsächlich
fühlen sich die Expeditionsteilnehmer von tausend Augen
beobachtet und belauert. Sind die Nebelmenschen schon in der
Nähe? Und sind die so feindselig, wie man ihnen nachsagt?
Oder haben sie nur gute Gründe, Eindringlingen gegenüber
misstrauisch zu sein?
Alex
und Nadia werden es bald wissen. Sie werden auch das Geheimnis
des riesenhaften Urwaldwesens lüften - und große
Abenteuer bestehen müssen, damit sie nicht mit ihrem
Wissen in den Tiefen des Dschungels verschwinden.
(©
2002 Carl Hanser Verlag)
Fazit:
Nicht gerade freiwillig begleitet Alex seine Großmutter,
eine bekannte Reisejournalistin, zu einer Expedition ins Amazonasgebiet.
Ziel ist es, ein geheimnisvolles, großes, menschenähnliches
Wesen aufzuspüren, das die Menschen mit seinem Gestank
betäubt und dann tötet.
Bücher seiner Großmutter geben Alex einen ersten
Eindruck von dieser Welt und den teils noch sehr unzivilisierten
Indianern, die ihre Lebensweise und Kultur auch durch den
Kontakt mit der sogenannten zivilisierten Welt immer mehr
verlieren und zudem aufgrund der reichen Bodenschätze
von skrupellosen Geschäftemachern vertrieben werden.
Durch Nadia, die Tochter des Expeditionsführers, lernt
er mehr über das Wesen der Indianer, und bei der Begegnung
mit einem gefangenen Jaguar wird ihm klar, dass es besondere
Kräfte gibt, die er bisher nicht kannte.
Als die beiden Jugendlichen während der Expedition den
Nebelmenschen, von denen es heißt, sie können sich
unsichtbar machen, begegnen, fällt es Alex im Gegensatz
zu Nadia noch schwer, einfach mit ihnen zu gehen. Schon bald
aber hat auch er nur noch den Wunsch, diesem Volk, das ihn
aufnimmt, seinen Lebensraum und damit seine Lebensweise zu
erhalten. Doch dafür müssen er und Nadia zu den
Göttern.
Dies
ist der erste Roman der weltweit bekannten Autorin Isabel
Allende, der sich an Jugendliche wendet. Auch hier ist die
gesellschaftliche und politische Situation Südamerikas
ein zentrales Thema, das aber durch die Figuren und die Handlung
und nicht mit Hilfe von Ausführungen bearbeitet wird.
So erfährt man sehr viel über die Lage der Amazonasindianer.
Die Charaktere und Figuren werden sehr gut eingeführt.
Der Leser kann sie sich problemlos vorstellen, und mit Nadia
und Alex finden sich Identifikationscharaktere sowohl für
Mädchen als auch für Jungen. Ihr Blickwinkel ist
der für den Roman maßgebliche, auch wenn aus übergeordneter
Perspektive erzählt wird.
Spannend
ist schon die Rahmenhandlung, eine Expedition an den Amazonas,
um im Gebiet der Nebelmenschen eine geheimnisvolle, gefährliche
Bestie zu finden. Weitere kleine Nebenhandlungen steigern
diese Spannung noch, so dass man das Buch ungern aus der Hand
legt.
Der Roman spielt in der Gegenwart, entführt aber in die
unbekannte, geheimnisvolle Welt der Amazonasindianer mit ihrer
Religiösität und Magie. Geschickt bewegt sich Allende
an der Grenze zum Fantastischen. Der Leser muss selbst entscheiden,
ob ihre Beschreibung der Stadt der Götter noch realistisch
sein kann oder ob man diesen Roman ins Genre der Fantasyliteratur
einordnen soll.
Auf jeden Fall wird ganz nebenbei viel Wissen vermittelt und
es wird neugierig gemacht auf die Welt des Amazonas. Eine
weiterführende Literaturliste würde sicher Anklang
finden.
Einzig
schwierig ist der Anfang des Romans. Die Probleme eines Jungen,
dessen Sorgen mit seiner Familie, bedingt durch die Krebserkrankung
der Mutter, sind nicht unbedingt das, was Jugendliche zum
Weiterlesen animiert.
Dafür schmerzt der Abschied der beiden Hauptcharaktere
am Ende des Romas nicht nur diese, sondern auch den Leser.
Man möchte wissen, was noch geschieht und die beiden
gerne weiter begleiten. Wird Alex es mit Hilfe seiner Großmutter
schaffen, den Nebelmenschen ihren Lebensraum und ihre Unabhängigkeit
zu bewahren?
Ein spannender Abenteuerroman, nicht nur für Jugendliche.
Ebenfalls
geeignet für die Schule: Das Buch bietet so zahlreiche
und unterschiedliche Diskussionsanreize, dass es als Ganzheitslektüre
geeignet ist. Zudem vermittelt es viel Wissen und lässt
sich auch literaturwissenschaftlich gut analysieren.
(©
2003 Stefanie Brink)
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