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Klappentext:
Ein ganz besonderer
Wegweiser in der heutigen Welt und die Fortsetzung des erfolgreichen
Bandes "Hagakure".
(©
2001 Piper Verlag)
Fazit
zu Hagakure I und II:
Das Hagakure
("Hinter den Blättern") ist eine im frühen achtzehnten Jahrhundert
entstandene Sammlung von etwas tausenddreihundert kurzen Lektionen,
Episoden und Aufzeichnungen, die mit der Philosophie und den
Tugenden der Samurai in Verbindung stehen. Das Hagakure
lehrt, durch regelmäßige Übung die mentale Ein-stellung
für den richtigen Moment des Handels zu erreichen. Dabei stehen
Mut, Tugend und absolute Loyalität des Gefolgsmannes im Mittelpunkt.
Der erste Band ist eine Sammlung
dieser Lektionen, der zweite Band bietet zur Hälfte weitere
Hagakure-Episoden und eine Auswahl von des Budô
shoshinshû, der klassischeren und offiziell als Lehrbuch
übermittelten Samurai-Bibel. Das Budô shoshinshû
ist in Japan bekannter und konfuzianisch-ernst, im Gegensatz
zum Hagakure, welches eher buddhistisch und Zen-orientiert
ist.
Hagakure I & II sind
keine Lese-, sondern Sprüchebücher für zwischendurch, zum
Blättern oder das Klo. Die vertretenen Werte sind traditionell
und wirken - insbesondere durch die Sprache und Formulierungen
- auf einen modernen Menschen des 21. Jahr-hunderts wie die
Ideale der 50er Jahre. Ein Beispiel: "Wird man mit zwei Alternativen
konfrontiert, Leben und Tod, so soll man ohne Zögern den Tod
wählen. Daran ist nichts Schweres, man muss nur fest entschlossen
sein Ziel verfolgen."
Nur selten regen diese Lehrsätze
zum Nachdenken an, noch seltener bietet Hagakure Anlass
zum Schmunzeln. Erstaunlich, dass Bücher wie Hagakure
oder auch Die Kunst des Krieges von Sunzi von Managern
verschlungen werden, die diese Lektionen als strategisch-taktische
Ratgeber für das Berufsleben ansehen. Fraglich auch, ob jemand
einen Chef möchte, der diese Bücher auf dem Nachttisch liegen
hat.
Ärgerlich ist in Hagakure
I die nicht erkennbare Struktur der Auswahl der Sprüche.
Einleitung und Inhaltsverzeichnis fehlen vollständig. Fußnoten
sind selten, aber insbesondere die mit historischen Erläuterungen
hilfreich. Umso mehr vermisst man ein gutes Glossar. Vielleicht
war Hagakure I nur der lieblose Testballon, jedenfalls
ist Hagakure II mit 25-seitigem Nachwort und kommen-tierter
Zeittafel wesentlich anspruchsvoller und informativer produ-ziert.
G. Keller, der Herausgeber
von Hagakure meint: "Im Fehlen von Initiationsritualen
für junge Männer in Industrienationen liegt der Hunger nach
solchen Geschichten, wie sie das Hagakure erzählt." Fehlen
uns die wirklich?
(©
2002 Philip Schreiterer für all-around-new-books.de)
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