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Inhalt
und Fazit:
"Sag nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund" - auf eben diese Kraft der
Sprache vertraut die französische Kinderpsychologin Caroline
Eliacheff.
Die 1947 geborene Lacan-Schülerin und Nachfolgerin der berühmten
Kinderanalytikerin Françoise Dolto, die unter anderem über
die emotionale Bedeutung der Sprache in der Mutter-Kind-Beziehung
geschrieben hat, übernahm nach deren Tod 1988 ihre Arbeit
im Säuglingsheim eines Pariser Vororts.
Ihre Patienten sind schon am Beginn ihres Lebens extrem trauma-tisiert,
sei es durch anonyme Geburt oder frühe Trennung von den Eltern,
sei es durch Vernachlässigung oder körperliche Misshand-lung
in ihrem Zuhause. Sie "wehren" sich, indem sie in Apathie
verfallen oder psychosomatische Erkrankungen wie Atemnot,
Erbrechen oder Hautausschlag zeigen.
Caroline Eliacheff arbeitet
mit ungewöhnlichen Methoden. Sie vertraut den kleinen Patienten
gegenüber auf die Kraft der Sprache. Ihre Erfahrung hat gezeigt,
dass selbst die Allerkleinsten erstaunlich zugänglich sind,
das heißt, auf ihre Art verstehen und so hat sie erstaunliche
Heilerfolge erzielt. Wenn man verhindern will, dass misshandelte
Kinder später ihre eigenen Kinder oder die Kinder anderer
Leute missbrauchen, muss man die Gewalt schon frühestmöglich
demaskieren, ohne die misshandelnden Eltern deshalb moralisch
zu verurteilen. Diese Kinder müssen mehr als andere lernen,
sich schon in frühen Lebensjahren eine eigene Meinung über
ihre Eltern zu bilden.
In Eliacheffs Fallgeschichten
fließen Überlegungen ein, wie Eltern traumatisierter Kinder
zugänglicher gemacht werden können, sowie kritische Gedanken
zu all jenen Institutionen, denen die Fürsorge für Kinder
eigentlich obliegt.
"Dem Leiden des anderen nicht gleichgültig gegenüberzustehen,
darf nicht bedeuten, dass man die Urheber des Unrechts ausgrenzt,
sondern heißt im Gegenteil, dass man auch sie in die Menschlich-keit
mit einschließt."
(©
2002 Claudia Strafner für all-around-new-books.de)
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