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Inhalt:
Das Leben von Hannelore Kohl ist ein typisch deutsches Schicksal,
das in vieler Hinsicht für das Leben einer ganzen Generation
von Frauen steht - und doch einen ungewöhnlichen Verlauf nahm.
Es war geprägt von einer Kindheit im Krieg, von der Flucht
in den Westen, der entbehrungsreichen Nachkriegszeit, dem
frühen Tod des Vaters, der sie zwang, ihr ersehntes Studium
aufzugeben, weil sie ihr eigenes Geld verdienen musste. 1960
heiratete sie Helmut Kohl, der später einer der bedeutendsten
Politiker der Nachkriegs-zeit wurde. Damit erfuhr auch das
Leben von Hannelore Kohl eine entscheidende Wende.
Jetzt erzählen Peter Kohl, der jüngere Sohn von Hannelore
und Helmut Kohl, und die Journalistin Dona Kujacinski vom
Leben dieser charakterstarken und charmanten Frau. Auf der
Grundlage um-fassender Recherchen, privater Unterlagen und
vielen Gesprächen mit Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen, Erfahrungen
und Eindrücke über die Mutter, Ehefrau und Freundin wiedergegeben
haben, ist dieses sehr persönliche Buch über Hannelore Kohl
entstanden.
(©
2003 Droemer Verlag)
Fazit:
Hannelore Kohl war für viele Menschen „eine Frau
des öffentlichen Interesses“. Ihr Privatleben,
ihre Wünsche oder Sorgen hat sie nie in der Öffentlichkeit
geäußert. Es gab keine Skandale, und auf mich wirkte
sie immer zurückhaltend, diszipliniert und sehr distanziert.
Dieses wiederum würde dann ja auch zu ihrer Äußerung
passen: „Ich will kein gläserner Mensch sein“.
Hannelore
wächst sehr behütet auf, wird von ihrem Vater abgöttisch
geliebt, während die Mutter – selber preußisch-streng
erzogen, sie sehr autoritär erzieht und großen
Wert auf gutes Benehmen und Umgangsformen legt. Beide fördern
nicht nur ihre sportlichen Talente, sondern auch eine umfassende
Ausbildung.
1945, auf der Flucht mit ihren Eltern in den Westen, stürzt
sie und zieht sich eine Absplitterung an einem Brustwirbel
zu. Diese Verletzung hat ihr viele Jahrzehnte lang schwer
zu schaffen gemacht. Aufgrund ihres Elternhauses war ihr Interesse
an der Politik bis dahin gleich Null. Erst als sie Helmut
Kohl kennenlernte, änderte sich dies.
1951 besteht sie ohne Probleme ihr Abitur und beginnt danach
ihr Fremdsprachenstudium in Germersheim am Auslands- und Dolmetscherinstitut
der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität. Hannelores
Hauptfach ist Französisch und in den Nebenfächern
Englisch und Spanisch. 1952 stirbt ihr Vater und sie muss
ihr Studium aufgeben, um die Mutter und sich selbst versorgen
zu können. Sie fängt bei der Firma BASF an und macht
im Rahmen ihrer dortigen 7-jährigen Tätigkeit Karriere
als fremdsprachliche Stenotypistin. Während ihr Mann
seine politische Karriere weiter verfolgt, an der sie jetzt
auch gelegentlich teilnehmen muss, plant und baut sie mit
Hilfe eines Architekten ihr erstes gemeinsames Haus. 1960
heiraten Hannelore und Helmut; er zieht gleichzeitig in den
Mainzer Landtag ein. Der Vater von Helmut wird für Hannelore
wie eine Art Ersatzvater.
Das
Buch beschreibt sehr ausführlich und realistisch ihr
weiteres Leben an der Seite von Helmut Kohl, der über
den Mainzer Landtag zum Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz
und dann zum Bundeskanzler und zum Kanzler der Wiedervereinigung
wurde. Die letzten Kapitel beschreiben sehr deutlich und eindrucksvoll
ihre Krankheit (Lichtallergie) und das damit verbundene Leben
in völliger Dunkelheit, zu dem sie letztendlich nicht
mehr die Kraft hatte, es zu Ende zu leben.
Auch
für Leser, die nicht politisch auf der Seite der CDU/CSU
stehen, ist dieses Buch auf jeden Fall sehr lesenswert, da
es den Menschen Hannelore Kohl und nicht die politische Gesinnung
beschreibt. Im übrigen ein Leben, was ich nicht hätte
so führen wollen und was mir sehr viel Anerkennung für
die Stärke dieser Frau abgerungen hat.
(©
2003 Iris Nätebus für all-around-new-books.de)
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