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(Wieder)entdeckt

Der Weg zur Knechtschaft

Autor: Friedrich A. von Hayek

gebunden, 322 Seiten
erschienen: März 2003
Olzog
ISBN: 3-7892-8118-2
Preis: 39,00 €

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Inhalt:
Ein Plädoyer für freies Unternehmertum: Bereits Anfang der 40-er Jahre verfasst, erweist sich dieses Buch in der aktuellen Diskussion um die Zukunft unseres Wirtschaftssystems im neuen Deutschland aktueller denn je.
Mehr als andere sind Industrie und Wirtschaft gefordert, durch freies unternehmerisches Handeln in einer Marktwirtschaft und innerhalb einer vom Staat gesetzten Rahmenordnung das wirtschaftliche Chaos in der früheren DDR zu überwinden.
Dieses Buch vermittelt das ökonomische Grundlagenwissen für den Wiederaufbau von Wirtschaft und Gesellschaft nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftssystems
.

(© 2003 Olzog Verlag)


Fazit:
Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders
Vor 60 Jahren wurde "The Road to Serfdom" in England erstmals aufgelegt.
In Deutschland erschien Der Weg zur Knechtschaft 1945. In den Jahren 1971, 1976, 1990 und 2003 wurde es neuaufgelegt.

Der Weg zur Knechtschaft beeinflusste Winston Churchill, Ludwig Erhard, Otto Graf Lambsdorff, Ronald Reagan und Maggie Thatcher.
Ludwig Erhard war der Vater des deutschen Wirtschaftswunders, zusammen mit Müller-Armack.
Die Lektüre von Hayek hatte Ludwig Erhard Mut eingeflößt. Erhard erklärte am 20.06.1948, dem Tag der Währungsreform, gegen den expliziten Willen der westlichen Besatzungsmächte das Ende der Zwangswirtschaft. Damit war das deutsche Wirtschaftswunder eingeleitet. Folge war: enorme Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, „Freßwelle“, Reisewelle, Wohlstand für alle, Vollbeschäftigung.

Hinter dem Eisernen Vorhang – in den Staaten der kommunistischen Diktatur – war Der Weg in die Knechtschaft bis zum Verenden des Kommunismus Bestandteil der Samisdat-Literatur. Samisdat war von den totalitären Staaten des Kommunismus verbotene Literatur. Sie wurde handschriftlich kopiert und im geheimen weitergegeben. Wer sich in der kommunistischen Sowjetunion mit Hayek erwischen ließ, wurde in einem sibirischen Lager versenkt.

Hayek erhielt für seine Beiträge zur Interdependenz (wechselseitigen Abhängigkeit) sozialer, wirtschaftlicher und institutioneller Phänomene 1974 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

Das Buch beginnt mit der Widmung: "Den Sozialisten in allen Parteien." Die Zentralthese ist, dass (zentrale) Planwirtschaft notwendigerweise zum Ende der freiheitlichen Gesellschaft führt.
Das Werk ist das Ergebnis gelehrter Forschung und wirkte gleichzeitig als Propagandaschrift. Es ist im heutigen Zeitalter der "political correctness" erfrischend zu lesen.
Hayek verfasste diese Arbeit lange bevor die Tatsache der Selbstorganisation natürlicher Systeme in akademische Kreise vorgedrungen war.

Hayek schreibt auf Seite 60: „Die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs ist sehr wohl auch mit einem ausgedehnten System der Sozialfürsorge vereinbar [...]“.
Seite 58: „Es dreht sich also nicht darum ob, sondern wie wir am besten planen. Die Frage lautet: Ist es für diesen Zweck nicht besser, wenn der Träger der Staatsgewalt sich im allgemeinen darauf beschränkt, die Bedingungen zu schaffen, die dem Wissen und der Initiative der einzelnen den größten Spielraum gewähren, so dass diese mit bestem Erfolg selber planen können?
Oder erfordert eine rationale Verwendung unserer Produktivkräfte eine zentrale Lenkung und Organisation aller unserer Wirtschaftsakte nach einer bewusst ausgeführten „Blaupause“?“

Hayek schrieb diese Sätze 1944. Lange bevor es die „DDR“ überhaupt gab. Er erlebte noch das Verenden des gesamten planwirtschaftlichen Ostblocks. Seine Worte waren prophetisch.

Seite 185 f: „Es ist völlig irrig, wenn man zuweilen geltend macht, dass die durch eine zentrale Planbehörde ausgeübte Macht „nicht größer ist als die Summe der von privaten Verwaltungsräten ausgeübte`Macht´“. In der Marktwirtschaft gibt es niemand, der auch nur einen Bruchteil der Macht innehätte, die eine sozialistische Planbehörde besitzen würde, und wenn keiner bewusst von ihr Gebrauch machen kann, so ist es einfach ein Missbrauch der Sprache, zu behaupten, dass sie bei der Gesamtheit der Kapitalisten läge. Es ist ein bloßes Spiel mit Worten, wenn man von der „Summe der von privaten Verwaltungsräten ausgeübten Macht“ spricht, solange diese sich nicht für ein gemeinsames Vorgehen verabreden [...]
Die auf dem Wettbewerb beruhende Marktwirtschaft ist das einzige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das darauf gerichtet ist, durch Dezentralisierung die Macht des Menschen über den Menschen auf das Mindestmaß herabzusetzen.“

Auf den Seiten 46/47 befasst er sich mit der Verdrehung des Begriffs „Freiheit“. Der Perversion des Begriffs „Privilegiertheit“ (die berühmten “Unterprivilegierten“) widmet er sich auf den Seiten 110/111.

Warum ist Hayek wichtig?
Unsere Politiker sollten mal wieder Hayek studieren.
Ein Musterbeispiel ist die "Ausbildungsplatzabgabe". Sie ist ein Eingriff in die Freiheit und wird sich daher als kontraproduktiv erweisen: In einer Zeit, in der die Bildung kaputtgespart wird, in der kein Geld mehr für öffentliche Bibliotheken vorhanden ist, in der Berliner Schulkinder von zu Hause aus Toilettenpapier mitbringen müssen, in der eine idiotische, weil sinnzerfetzende "Rechtschreibreform" verbrochen wird, in der das Budget für die Stimmen Deutschlands in der Welt – Goetheinstitut und Deutsche Welle – zusammengestrichen wird und in der die PISA-Studie beweist, welch erbärmliches Bildungslevel Deutschlands Nachwuchs erzielt, beschließen die Politdarsteller in ihrer Weisheit eine "Ausbildungsplatzabgabe".
Erstens wird nun einmal niemand eingestellt werden, der sich nicht korrekt in Wort und Schrift äußern kann und der nicht die mindesten rechnerischen Kulturtechniken beherrscht. Zweitens werden dadurch noch mehr Unternehmen abwandern.
Das – unter anderem - kann man bei Hayek nachlesen.
Wenn es die Politdarsteller nicht tun – erwartet irgendjemand von dieser Mischpoke noch irgendwas? – so vielleicht der „mündige Staatsbürger“.

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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