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Inhalt:
Ein Plädoyer für
freies Unternehmertum: Bereits Anfang der 40-er Jahre verfasst,
erweist sich dieses Buch in der aktuellen Diskussion um die
Zukunft unseres Wirtschaftssystems im neuen Deutschland aktueller
denn je.
Mehr als andere sind Industrie und Wirtschaft gefordert, durch
freies unternehmerisches Handeln in einer Marktwirtschaft
und innerhalb einer vom Staat gesetzten Rahmenordnung das
wirtschaftliche Chaos in der früheren DDR zu überwinden.
Dieses Buch vermittelt das ökonomische Grundlagenwissen
für den Wiederaufbau von Wirtschaft und Gesellschaft
nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftssystems.
(©
2003 Olzog Verlag)
Fazit:
Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders
Vor 60 Jahren wurde "The Road to Serfdom" in England
erstmals aufgelegt. In
Deutschland erschien Der Weg zur Knechtschaft 1945.
In den Jahren 1971, 1976, 1990 und 2003 wurde es neuaufgelegt.
Der Weg zur Knechtschaft beeinflusste Winston Churchill,
Ludwig Erhard, Otto Graf Lambsdorff, Ronald Reagan und Maggie
Thatcher.
Ludwig Erhard war der Vater des deutschen Wirtschaftswunders,
zusammen mit Müller-Armack. Die
Lektüre von Hayek hatte Ludwig Erhard Mut eingeflößt.
Erhard erklärte am 20.06.1948, dem Tag der Währungsreform,
gegen den expliziten Willen der westlichen Besatzungsmächte
das Ende der Zwangswirtschaft. Damit
war das deutsche Wirtschaftswunder eingeleitet. Folge war:
enorme Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, „Freßwelle“,
Reisewelle, Wohlstand für alle, Vollbeschäftigung.
Hinter dem Eisernen Vorhang – in den Staaten der kommunistischen
Diktatur – war Der Weg in die Knechtschaft
bis zum Verenden des Kommunismus Bestandteil der Samisdat-Literatur.
Samisdat war von den totalitären Staaten des Kommunismus
verbotene Literatur. Sie wurde handschriftlich kopiert und
im geheimen weitergegeben. Wer sich in der kommunistischen
Sowjetunion mit Hayek erwischen ließ, wurde in einem
sibirischen Lager versenkt.
Hayek erhielt für
seine Beiträge zur Interdependenz (wechselseitigen Abhängigkeit)
sozialer, wirtschaftlicher und institutioneller Phänomene
1974 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Das
Buch beginnt mit der Widmung: "Den Sozialisten in allen
Parteien." Die
Zentralthese ist, dass (zentrale) Planwirtschaft notwendigerweise
zum Ende der freiheitlichen Gesellschaft führt.
Das
Werk ist das Ergebnis gelehrter Forschung und wirkte gleichzeitig
als Propagandaschrift. Es ist im heutigen Zeitalter der "political
correctness" erfrischend zu lesen.
Hayek
verfasste diese Arbeit lange bevor die Tatsache der Selbstorganisation
natürlicher Systeme in akademische Kreise vorgedrungen
war.
Hayek
schreibt auf Seite 60: „Die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs
ist sehr wohl auch mit einem ausgedehnten System der Sozialfürsorge
vereinbar [...]“.
Seite
58: „Es dreht sich also nicht darum ob, sondern wie
wir am besten planen. Die Frage lautet: Ist es für diesen
Zweck nicht besser, wenn der Träger der Staatsgewalt
sich im allgemeinen darauf beschränkt, die Bedingungen
zu schaffen, die dem Wissen und der Initiative der einzelnen
den größten Spielraum gewähren, so dass diese
mit bestem Erfolg selber planen können?
Oder erfordert eine rationale Verwendung unserer Produktivkräfte
eine zentrale Lenkung und Organisation aller unserer Wirtschaftsakte
nach einer bewusst ausgeführten „Blaupause“?“
Hayek
schrieb diese Sätze 1944. Lange bevor es die „DDR“
überhaupt gab. Er erlebte noch das Verenden des gesamten
planwirtschaftlichen Ostblocks. Seine Worte waren prophetisch.
Seite
185 f: „Es ist völlig irrig, wenn man zuweilen
geltend macht, dass die durch eine zentrale Planbehörde
ausgeübte Macht „nicht größer ist als
die Summe der von privaten Verwaltungsräten ausgeübte`Macht´“.
In der Marktwirtschaft gibt es niemand, der auch nur einen
Bruchteil der Macht innehätte, die eine sozialistische
Planbehörde besitzen würde, und wenn keiner bewusst
von ihr Gebrauch machen kann, so ist es einfach ein Missbrauch
der Sprache, zu behaupten, dass sie bei der Gesamtheit der
Kapitalisten läge. Es ist ein bloßes Spiel mit
Worten, wenn man von der „Summe der von privaten Verwaltungsräten
ausgeübten Macht“ spricht, solange diese sich nicht
für ein gemeinsames Vorgehen verabreden [...]
Die auf dem Wettbewerb beruhende Marktwirtschaft ist das einzige
Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das darauf gerichtet
ist, durch Dezentralisierung die Macht des Menschen über
den Menschen auf das Mindestmaß herabzusetzen.“
Auf
den Seiten 46/47 befasst er sich mit der Verdrehung des Begriffs
„Freiheit“. Der Perversion des Begriffs „Privilegiertheit“
(die berühmten “Unterprivilegierten“) widmet
er sich auf den Seiten 110/111.
Warum
ist Hayek wichtig?
Unsere Politiker sollten mal wieder Hayek studieren.
Ein Musterbeispiel ist die "Ausbildungsplatzabgabe".
Sie ist ein Eingriff in die Freiheit und wird sich daher als
kontraproduktiv erweisen: In einer Zeit, in der die Bildung
kaputtgespart wird, in der kein Geld mehr für öffentliche
Bibliotheken vorhanden ist, in der Berliner Schulkinder von
zu Hause aus Toilettenpapier mitbringen müssen, in der
eine idiotische, weil sinnzerfetzende "Rechtschreibreform"
verbrochen wird, in der das Budget für die Stimmen Deutschlands
in der Welt – Goetheinstitut und Deutsche Welle –
zusammengestrichen wird und in der die PISA-Studie beweist,
welch erbärmliches Bildungslevel Deutschlands Nachwuchs
erzielt, beschließen die Politdarsteller in ihrer Weisheit
eine "Ausbildungsplatzabgabe".
Erstens wird nun einmal niemand eingestellt werden, der sich
nicht korrekt in Wort und Schrift äußern kann und
der nicht die mindesten rechnerischen Kulturtechniken beherrscht.
Zweitens werden dadurch noch mehr Unternehmen abwandern.
Das – unter anderem - kann man bei Hayek nachlesen.
Wenn es die Politdarsteller nicht tun – erwartet irgendjemand
von dieser Mischpoke noch irgendwas? – so vielleicht
der „mündige Staatsbürger“.
(©
2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
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