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Biografie & Lebenserinnerungen

 
Ernst Jandl. a komma punkt.
Ein Leben in Text und Bildern

Autor: Klaus Siblewski

gebunden, 215 Seiten
erschienen: 2000
Luchterhand Literaturverlag
ISBN: 3-630-86874-6
Preis: 40,00 Euro

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Inhalt:
Seit wann hat Ernst Jandl Schriftsteller werden wollen, und warum hat er dennoch 25 Jahre als Lehrer in der Schule zugebracht? Warum hat er eigentlich mit einer beharrlichen Konsequenz fast nichts als Verse geschrieben und immer wieder Verse? a komma punkt zeichnet anhand von Bildern und Texten nach, wie Ernst Jandl zum bedeutendsten Neuerer unter den Lyrikern geworden ist und gegen erbitterten Widerstand zu Ruhm gelangte.

 

Fazit:
"Ernst Jandl war ein Wiener Gymnasialprofessor, ein deutscher Dichter und ein österreichisches Wunder. Er war und blieb ein braver Bürger und wurde seines Vaterlandes nobelster Bürger-schreck. Er war ein ordentlicher Pädagoge und wurde ein außer-ordentlicher Poet. Er war ein Lehrer wie andere auch und ein Lyriker wie keiner sonst", schreibt Marcel Reich-Ranicki in seinem Nachruf über Ernst Jandl.
Noch kurz vor dessen Tod am 9. Juni 2000 erschien ein Band, der des Dichters Leben in Texten und Bildern überaus anschaulich behandelt. In bestechender Weise geht der Autor Klaus Siblewski nicht chronologisch vor, sondern gliedert Jandls Leben in sieben Wegmarken: die Familie, den Krieg, Friederike Mayröcker, das Experiment, seine Lesungen, Ernst Jandl selbst und die Musik. Zuletzt steht das Interview "Küß die Hand, gute Nacht", das sich mit dem Altern beschäftigt und das letzte ist, das Jandl vor seinem Tod gab.

In der Manier der Rowohlt-Monographien kombiniert der Band Text, Zitat und umfangreiches Bildmaterial zu einem greifbaren Ganzen. Anders als das kleine Taschenbuch räumt dieser Band dem Phänomen Jandl weitaus mehr "Raum" ein. Die Hommage der taz beispielsweise, die anlässlich des 65. Geburtstages von Jandl auf ihrer Titelseite in Jandlscher Manier und dem Gedicht "lichtung" folgend alle "l" gegen ein "r" ausgetauscht hatte, wird gut lesbar präsentiert. Die häufig großformatigen Abbildungen lassen auch Jandls Wirkung auf das Publikum und sein Agieren während seiner legendären Lesungen erahnen.

Jandl, der Monolit innerhalb der poetischen Avandgarde: Kein Mitglied der Wiener Gruppe, Kontakte zu den führenden deutschen Poeten der konkreten Poesie und immer für sich stehend. Es wird offenkundig und nachvollziehbar, weshalb sein Oeuvre so schmal, seine Lyrik so intensiv ist. Nicht weniger ausführlich und taktvoll behandelt Siblweski das Verhältnis zwischen Jandl und Friederike Mayröcker sowohl in privater wie künstlerischer Hinsicht.
Dieser Band wird einen erheblichen Teil dazu beitragen, dass nicht nur die Lyrik des Poeten unvergessen bleibt, sondern das Phänomen Jandl als solches.

(© 2001 Ivonn Kappel)

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