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Inhalt:
Dimitri Schostakowitsch, einer der großen Komponisten
des 20. Jahrhunderts, gilt als bedeutendster Sinfoniker der
Moderne. 1906 in Petersburg geboren, geriet er in die Mühlen
des stalinistischen Regimes, das ihn mit höchsten Ehrungen,
aber auch mit wildesten Schmähungen bedachte. Während
seine Kompositionen weltweit gefeiert wurden, lebte er in
ständiger Angst vor Verhaftung und durchlitt Phasen tiefster
Verzweiflung. Kein anderer Komponist seiner Generation sah
sich in eine derart politische Rolle gedrängt.
Entsprechend
groß war das Echo, als der in den Westen emigrierte
Leningrader Musikwissenschaftler Solomon Wolow 1979, vier
Jahre nach Schostakowitschs Tod, die Welt mit den von ihm
aufgezeichneten Memoiren des Komponisten überraschte.
Sie zeigten einen privaten Schostakowitsch, der, zu Lebzeiten
von Partei und Staat gegängelt, nun mit dem totalitären
System und seiner repressiven Kulturpolitik abrechnete.
Nicht
zuletzt durch sowjetische Einflussnahme wurde die Authentizität
dieser Memoiren immer wieder in Zweifel gezogen. Doch sowohl
die Forschung als auch zahlreiche Weggefährten Schostakowitschs
haben sie längst als biographisches und kulturgeschichtliches
Zeugnis ersten Ranges anerkannt. So ist diese bearbeitete
und mit einer Einleitung zur Rezeptionsgeschichte versehene
Neuausgabe überfällig.
(©
2000 Propyläen Verlag)
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