|
Inhalt:
Drei Schwestern, die zurückblicken auf ihre Kindheit,
die durch den Freitod des Vaters ein jähes Ende
fand. Ein wunderbares, feinsinniges Porträt einer
Familie und ihrer Beziehungen. Ein ergreifender Roman
zum Thema Liebe und Vertrauen, Schuld und Verzeihen,
Angst und Verlust in unserem Leben, der Wärme verströmt
und gänzlich frei von Kitsch und Sentimentalitäten
ist. Ein ganz großes Buch voller universeller
Einsichten.
(©
2004 Lübbe Verlag)
Fazit:
Das
ist das Buch, auf das ich so lange gewartet, nach dem
ich gesucht habe. Ein Buch, in das man eigentlich nur
einen flüchtigen Blick werfen möchte, von
dem man sich dann aber nicht mehr abwenden kann, bis
es durchgelesen ist.
Man erkennt deutlich die Erfahrung der Autorin (gemeinsam
mit ihrem Mann schreibt sie als Nicci French) im Umgang
mit der Sprache. Kein Moment der Langeweile tritt auf,
stets schreibt sie farbenreich, was uns emotional berührt.
Sie beschreibt Bilder des Alltags, wie man sie kennt.
Sie ist gute Beobachterin und lässt dies in vielen
schönen Details erkennen. Ein Schreibstil, in den
man sich verlieben kann. Die wenigen kleinen Schwächen
des Buches (die eine oder andere zu kitschige Phrase,
wenige Klischees, Wortwiederholungen) werden dabei bedeutungslos.
Die
Geschichte teilt sich in zwei klar voneinander getrennten
Zeitebenen auf - betrachtet aus dem Blickwinkel von
heute. Zum einen ist da die glückliche (oder so
wirkende) Familie mit den drei pubertierenden Töchtern
Stella, Edie und Jude, die am Rande einer Kleinstadt
in Großbritannien lebt. Eine glückliche Ehe,
scheint es: Die schöne Mutter Louisa liebt ihren
guten Mann Vic. Ein altes romantisches Haus mit Garten
und alten Bäumen. Erste Verliebtheiten, durch die
Pubertät bedingtes Chaos, alltägliche Familienbegebenheiten
Ende der 80er Jahre bestimmen das Bild und versetzen
uns errötend und kichernd in unsere Jugend zurück.
Zum anderen wird die kurze Zeitspanne beschrieben, da
die drei Schwestern, inzwischen erwachsen und fest im
Leben verankert, nach dem Tod ihrer Mutter wieder zusammentreffen.
Es sind inzwischen 20 Jahre vergangen. Die Schwestern
klären die Beerdigung der Mutter und schwelgen
in Erinnerungen. Der zeitliche Bruch wird durch den
Selbstmord des Vaters geprägt.
Gerrard
schreibt aus dem Blickwinkel der Hauptheldin Edie, der
mittlersten der Töchter. Im Mittelpunkt steht immer
die Liebe in ihren Zusammenhängen: romantische
Gefühle, verantwortungsvolle und innige Liebe,
Fremdgehen, immer wiederkehrende Muster. Zur Sprache
kommen menschliche Ent- und Verwicklungen, Schuldgefühle,
Entscheidungsmöglichkeiten, Träume, Wünsche,
Trauer und Verlust. Zentral ist immer die Frage, wie
das Leben verlaufen wäre, wenn eine andere Entscheidung
getroffen worden wäre, wenn jemand anders gehandelt
hätte.
Ein
wunderbares Buch hat Nicci Gerrard da geschrieben, eines,
das mitreißt und fühlen lässt, nachdenklich
macht, zum Weinen, Seufzen und Lachen bringt. Ein Buch,
das man nicht wieder weglegen mag und immer wieder zur
Hand nehmen möchte.
(©
2004 Cornelia Eichner für all-around-new-books.de)
******************************************************************************
Sie
haben das Buch gelesen und wollen einen Kommentar
abgeben? Dann bitte hier
entlang ...
|