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Rückentext:
Ein rundum vom Schicksal Begünstigter wie Ned Maddstone
ruft über kurz oder lang die Neider auf den Plan.
Denn Ned hat alles, wovon andere Jungs mit achtzehn
nur träumen: gute Noten, ein hübsches Gesicht,
eine sportliche Figur, den richtigen Akzent, alle Cricketregeln
im Kopf, einen Vater im Unterhaus, eine schöne
und kluge Freundin - und richtigen Sex.
Ein
aus Eifersucht und Mißgunst zusammengeschweißtes
Trio falscher Freunde will Ned einen üblen Streich
spielen, der ihm eine Lehre sein soll. Zunächst
verläuft alles nach Plan, aber dann verschwindet
Ned spurlos von der Bildfläche, und alle Beteiligten
müssen am eigenen Leib erfahren, daß wir
mitnichten unseres eigenen Glückes Schmiede sind,
sondern lediglich "der Sterne Tennisbälle".
(©
2001 Aufbau-Verlag)
Fazit:
Der Graf von Monte Christo meets Pulp Fiction
Wozu
eine Rezension über einen Roman von Stephen Fry
schreiben? Hey, es ist Fry, der Stephen Fry! Mr. Dandy!
Mr. mir kann niemand, denn ich kann schreiben! Entschuldigung,
muss natürlich brillant schreiben heissen! Worüber
er schreibt? Was soll die Frage, saupreussischer Gotteslästerer,
depperter! Es ist von Fry!
Der
Alleskönner auf der Suche nach einem Thema? Unvorstellbar!
Wer sich Autor, Theater-, Film- und Fernsehschauspieler,
mittlerweile sogar Rektor und selbsternannter Oskar-Wilde
des 20. & 21. Jahrhunderts nennen darf, der schöpft
aus dem Vollen. Ihm stellt sich maximal die Frage, welche
Hürde er diesmal spielend meistert. Das dadaistische
Manifest der post-materialistischen Hedonisten verfassen?
Oder eine süffisante Bibel für blasierte Tunichtgute?
Oder ein Remake, wie es in der Filmbranche gang und
gäbe ist? Aber nicht unter einem Klassiker! Alexandre
Dumas' "Der Graf von Monte Christo"? Gerade
gut genug! Schade nur, dass es zu Dumas' Zeiten noch
keinen Literatur-Nobelpreis gab, denn so einen sollte
der Vorläufer schon mindestens erhalten haben.
Fry's
Roman ist nichts weniger als die Blasphemie eines Non-Konformisten,
kurz eine Frechheit, aber eine die siegt. Man spürt
in jeder Zeile, wie es Fry gereizt hat, die Klingen
mit Dumas zu kreuzen, einen Klassiker in die Neuzeit
zu versetzen und dies nicht nur inhaltlich, sondern
auch sprach- und gesellschaftlich. Allerdings ein von
der Länge her nur halber Graf, was sicher der Aufmerksam-keitsspanne
des 21. Jahrhunderts angemessen ist.
Das
Remake beginnt furios. Da blitzt die Süffisanz
von Fry's "Nilpferd" auf. Leider kann Fry
diesen Witz und Charme nicht durchhalten. Im Gegenteil,
je sklavischer er sich an Dumas' Vorlage hält,
umso seltener ist uns der eigentliche Fry vergönnt.
Hätte er sich auch nur ein bisschen vom Original
gelöst, zumindest den Eindruck erweckt, er könnte
es eventuell noch tun, wären die Nachteile eines
jeden Remakes vermieden worden: Mangel an Überraschungsmomenten
und Spannung. So arbeitet sich Fry über die volle
Distanz an Dumas ab, und der Wettstreit endet ohne spektakulären
K.O.
Aber
egal, wie man das beurteilt, eins kann Fry: Schreiben!
Und das nicht zu knapp! Also wozu eine lange Rezension?
Ab zum nächsten Buchladen, die notwendige Leseverpflegung
besorgen, alle Ver-abredungen der nächsten 24 Stunden
absagen und viel Vergnügen!
(©
2002 Philip Schreiterer für all-around-new-books.de)
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