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Rückentext:
Berlin, Juli 1945. Die ehemalige Reichshauptstadt, von
Bomben-angriffen und wochenlangem Häuserkampf verwüstet,
ist der Schauplatz von Kanons neuem Roman. Meisterhaft
verknüpft der Autor einen packenden Kriminalfall
mit einer zu Herzen gehenden Liebesgeschichte, er taucht
ein in eine düstere Zeit, in der die böse
Saat des Kalten Krieges bereits aufgeht, in der die
Alliierten den Schwarzmarkt unter sich aufteilen und
versuchen, sich gegenseitig Hitlers Raketentechniker
abzujagen.
Kanon
ist das schier Unmögliche gelungen, fünfzig
Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in seinem Roman,
der in der amerikani-schen Presse hymnische Kritiken
erhielt, die unheimliche und bedrohliche Lage im zerstörten
Berlin so authentisch einzufangen, als sei er damals
vor Ort gewesen.
(©
2002 Blessing Verlag)
Fazit:
Ein
Krimi mit Liebesgeschichte, eine Beschreibung der Tage
direkt nach dem Ende des 2. Weltkrieges in Berlin und
eine wertfreie Diskussion über Schuld, Verantwortung
und Zwänge im 3. Reich, insbesondere auch von Wissenschaftlern
gegenüber Macht (-miss-brauch) - das alles bietet
Joseph Kanon in dem Roman In den Ruinen von Berlin,
ohne sich dabei zu übernehmen. Ein brillantes Buch,
definitiv zu den Top 10 des Jahres 2002 gehörend.
Jake,
ein amerikanischer Journalist, kehrt im Juni 1945 anlässlich
der Potsdamer Konferenz nach Berlin zurück, wo
er vor dem Krieg lebte und liebte. Die Suche nach Lena
Brandt in der vollkommen zerstörten Stadt konfrontiert
ihn mit den Schicksalen der Menschen, mit ihrer Geschichte
und dem Umgang mit der Vergangenheit sowie ihren Problemen
der Gegenwart, den alliierten Besatzern/Befreiern, dem
Schwarzmarkt und der politischen Lage. Er findet Lena,
sie werden wieder ein Paar, aber der Grad der Verwicklungen
nimmt dadurch nur zu. Es spricht für die Vielschichtigkeit
des Romans, dass selbst ein frühes Happy End in
diesem Bereich in keiner Weise für einen Spannungsabfall
sorgt.
Eindrücklich
schildert Kanon das zerstörte Berlin, beschreibt
detailliert die Sorgen und Nöte der Menschen -
physisch und psychisch. Raffiniert verwendet er historische
Figuren und Charaktere und baut sie in die Handlung
ein. Alles nur Fiktion? Zeitzeugenberichte lesen sich
jedenfalls genauso. Geschichtslektion frei Haus, ohne
je verstaubt zu wirken, obwohl man den Trümmergeschmack
auf den Lippen hat.
Im
Klappentext wird die Nähe zu Orwell gepriesen,
ich würde noch Dürrenmatt und Kipphardt hinzufügen.
Jedenfalls ein unaufdring-liches Buch für alle,
die sich mit der deutschen Geschichte und/oder dem Leben
unter einem totalitären Regime im allgemeinen befassen
möchten.
(©
2002 Philip Schreiterer für all-around-new-books.de)
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