"Die Meisterin der Täuschungen
heißt Charlotte Link. Die Wiesbadenerin schreibt
so gut und so britisch, dass selbst ihre englische Kollegin
Minette Walters vor Neid erblassen würde!"
(Südwestfunk)
Verlagstext:
Stanbury - ein kleines Dorf im Südwesten Yorkshires.
Eine eigenwillige, romantische Landschaft, die einst
die Heimat der Brontë-Schwestern war. Und ein Ort,
an dem drei eng befreundete deutsche Ehepaare seit vielen
Jahren ihre Ferien verbringen. Sommer, Weihnachten,
Ostern - regelmäßig treffen sie sich im alten
Stanbury House mit seinem weitläufigen, verwilderten
Park und dem brüchigen Charme lang vergangener
Zeiten. Die jeden Streit, jeden Konflikt ausschließende
Idylle zwischen den Freunden, die sich als große,
glückliche Familie empfinden, trügt - wie
die junge Jessica Wahlberg, die neu hinzugekommen ist
und daher mit unbefangenem Blick hinter die Fassaden
blickt, bald herausfindet. Nichts ist so, wie es scheint.
Und niemand ist der, der er vorgibt zu sein. Hinter
dem lächelnden Schweigen, das über dem Haus
und seinen Bewohnern liegt, haben sich längst Angst,
Hass, Eifersucht und Verzweiflung ausgebreitet. Jessica,
die diese Verlogenheit zunehmend schwer erträgt,
flüchtet immer öfter in lange, einsame Wanderungen.
Doch wer ist der seltsame Fremde, der Wiesen und Wälder
um Stanbury House durchstreift und plötzlich -
unter Berufung auf lang zurückliegende Geschehnisse
- Eigentumsansprüche auf das Anwesen durchsetzen
will? Noch während Jessica sein Geheimnis zu ergründen
sucht, bricht die so mühsam gewahrte heile Scheinwelt
von Stanbury House in sich zusammen: Ein furchtbares
Verbrechen beendet das Jahrzehnte lange Schweigen und
konfrontiert die Überlebenden mit ihrer ganz persönlichen
Wahrheit.
Zur Autorin:
Charlotte
Link, Jahrgang 1963, gehört zu den erfolgreichsten
deutschen Autorinnen der Gegenwart. Ihre hohe Popularität
verdankt sie besonders ihrer Vielseitigkeit. Sie machte
sich mit großen Gesellschaftsromanen (darunter
die Bestseller-Trilogie »Sturmzeit«, deren
TV-Verfilmung 1999 mit überwältigendem Erfolg
ausgestrahlt wurde) ebenso einen Namen wie mit psychologischen
Spannungsromanen in bester englischer Erzähltradition.
Ihre Bücher sind garantierte Anwärter für
die Spiegel-Bestsellerliste, und ihr Erfolg macht deutlich,
dass Charlotte Link den Sprung vom hoch gelobten jungen
Talent zur großen Schriftstellerin längst
bewältigt hat. Charlotte Link lebt mit ihrem Mann
und ihrem Sohn in Wiesbaden.
(©
2003 Blanvalet
Verlag)
Buchbesprechung - Rezension:
Inhalt:
Stanbury, ein fesselnder, eigenwilliger und gleichzeitig wild-romantischer Ort im Westen der Grafschaft Yorkshire. Drei Ehepaare, die in der Stille und dem Frieden, verbunden in langer Freundschaft, ihre Urlaube zusammen dort verbringen.
Aber sind dieser Friede und diese Idylle die Wirklichkeit?
Es passiert ein grausames Verbrechen, eine Tatverdächtige wird auch relativ schnell festgenommen.
Nur Jessica Wahlberg traut dieser Festnahme aufgrund von Indizien nicht und versucht auf eigene Faust hinter das Geheimnis von Stanbury-House zu kommen. Sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich begibt und welch' furchtbare Ereignisse "Am Ende des Schweigens" von Stanbury-House stehen.
Fazit:
Sechs Erwachsene und 3 Kinder verbringen ihre Ferien regelmäßig im Stanbury-House in West-Yorkshire. Eine Freundschaft aus der Internatszeit zwischen den drei Männern, die nichts trennen kann und die später ihre Ehepartner mit einbezogen haben. Da gibt es den selbstgefälligen Psychotherapeuten Tim mit seiner zu dicken, einsamen und introvertierten Ehefrau Evelin, die unter ihrer Kinderlosigkeit leidet. Dann den Anwalt Leon mit seiner übermäßig perfekten Patricia und den beiden Töchtern Diana und Sophie sowie den labilen Alexander mit seiner neuen Frau Jessica und dessen Tochter Ricarda aus erster Ehe. Oberflächlich gesehen sind alle drei Paare gut situiert, eng befreundet und einander sehr zugetan.
Dann gibt es noch Philip Bowen, ein Mann mit vielen Talenten, der alles anfängt und nichts zu Ende bringt mit seiner Freundin Geraldine, die ihn mehr liebt, als für sie gut ist. Er hat es sich in den Kopf gesetzt, seine Eigentumsrechte aufgrund familiärer Verbindungen zu Patricias Vater geltend zu machen
Man findet sich wie immer zur Urlaubszeit im Stanbury-House ein, es wird erzählt, zusammen gekocht und gemeinsame Unternehmungen gestartet. Trotzdem ist diesmal alles anders. Spitzen, manche versteckt, manche offen, werden verteilt, Ricarda verhält sich nicht nur pupärtär, sondern geradezu aufsässig, die Gespräche der Männer sind nicht immer nur locker und die Frauen zeigen auch ihre gegenseitige Antipathie. Auch zwischen den einzelnen Paaren kriselt es und es kommt zu Unstimmigkeiten. Als Jessica sich dann auch noch mit Philipp Bowen freundschaftlich einlässt, kommt es zu immer größeren Spannungen, Widersprüchen und Ungereimtheiten zwischen den einzelnen Personen. Von einem langen Spaziergang zurückkommend entdeckt Jessica ein furchtbares Verbrechen
Der Leser muss sich mit vielen Charakteren von labil bis egozentrisch auseinander setzen. Dazwischen erhält er erstaunliche Tagebucheinblicke aus der Sicht einer 15-jährigen und wird am Ende total überrascht sein von der Auflösung des Verbrechens.
Charlotte Link hat es verstanden in diesem Buch Psychologie und Thriller hervorragend miteinander zu kombinieren. Das Buch ist spannend, ergreifend und bis zur letzten Seite lesenswert.
(©
2004 Iris Nätebus für all-around-new-books.de)
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