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Roman/Erzählung

Hotel Bayer
Eine Geschichte aus dem zwanzigsten Jahrhundert

Autor: Walter Klier

Roman
gebunden mit Schutzumschlag, 156 Seiten
erschienen: 2003
Haymon Verlag
ISBN: 3-85218-416-9
Preis: 17,90 Euro

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Klappentext:
Es war in den letzten Stunden des Zweiten Weltkriegs, als nicht wenige Bonzen des Regimes und SS-Offiziere über den Brenner flohen und in schlecht beheizten Gaststuben bei einem Schoppen Rotwein ihre Weiterfahrt planten. Von dieser "Stunde Null" bis ins Südamerika der 80er, wo sich Typen solcher und ganz anderer Herkunft ein Stelldichein geben, spannt Walter Klier den Bogen seines Romans Hotel Bayer.
Neben Altnazis und ihren jüdischen Jägern, hat der Zufall Revolutio-näre verschiedener Ideologien und heruntergekommene Advokaten, blauäugige amerikanische Touristinnen oder dubiose Abgesandte des Vatikans in einer kleinen, von Hitze fast gelähmten Stadt in Bolivien zusammengewürfelt. Rätsel lösen sich oder tun sich aufs neue auf, und nicht alle handelnden Personen ahnen, in welcher Gefahr sie schweben ...

Klier knüpft und löst seine Handlungsfäden auf verschiedenen Zeitebenen und entwickelt einerseits kaleidoskopartig das satirische Porträt einer "typischen" südamerikanischen Stadt. Andererseits vermögen seine Figuren und ihre jeweilige Geschichte, ihre Gedan-ken, Erinnerungen und die Gespräche untereinander ein faszinie-rendes Bild von Politik und Ideologiegeschichte Europas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu skizzieren.

(© 2003 Haymon Verlag)


Fazit:

Der Roman von Walter Klier beginnt gleich mit mehreren Hand-lungssträngen, die sich nicht immer offensichtlich aufeinander zu bewegen. In Bolivien kreuzen sich dann die Wege unterschied-lichster Menschen, die Fäden des literarisch gesponnenen Netzes finden zueinander. Die Idee ist genial. Ehemalige Nazis, Altrevolutio-näre, Beamte, unseriöse Geschäftemacher, Urlauber und andere treffen sich im Hotel Bayer.

Walter Klier legt seine Figuren mit viel Liebe an. Die lakonischen, manchmal fast spöttischen Elemente bei der Darstellung der Personen sind eine große Stärke des Buches.

Der Roman ist stilistisch sauber komponiert. Spannende und retardierende Momente lösen sich gekonnt ab. Walter Klier bevorzugt eine klare präzise Prosa, die aber zu oft - von großer Sachlichkeit geprägt - die narrativen Elemente schwächt. Der erzählerische Motor kommt nicht richtig in Gang. Immer wieder ergreift den Leser der Sog dieser Geschichte, aber er vermag es nicht, ihn zu halten. Dazu fehlt die literarische Sprengkraft.
Am Ende muss man feststellen, dass das Buch mit Abstrichen lesenswert ist und, dass daraus mehr zu machen gewesen wäre
.

(© 2003 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)

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