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Klappentext:
Auf dem Weg von New York nach Rockford, Illinois, ihrer
Heimat-stadt, gerät Charlotte Swenson, 35, in einen
schrecklichen Auto-unfall. Achtzig Titanschrauben halten
nach einer zwölfstündigen Operation das Gesicht
des früheren Models zusammen - doch nichts erinnert
mehr an ihr früheres Aussehen. Als sie Monate später
wieder zurückkehrt in ihr Appartement in New York,
das ihr früher die Welt bedeutete.
Freunde
und ehemalige Arbeitskollegen laufen an ihr vorbei.
Sie deren Leben bislang durch das Gesehen-Werden bestimmt
war, ist praktisch unsichtbar geworden und wird so zur
Spionin in ihrem eigenen Leben. Versuche ihres besten
Freundes und Managers Oscar, sie wieder als Model zu
etablieren, scheitern ebenso wie ein unfreiwillig komischer
Selbstmordversuch im Zustand der Voll-trunkenheit. Erst
als sie auf den Internet-Entrepeneur Thomas trifft,
wird ihr Leben auf einer Spur laufen, die kühnste
Phantasien übertrifft.
Mit
großer Brillanz erzählt Jennifer Egan, wie
unsere westliche Welt einer obsessiven Image-Kultur
unterliegt und untersucht scharf-züngig den Maßstab
unserer Werte.
Look
at Me bietet über alle Spannung hinaus eine mögliche
Antwort auf die Fragen vom 11. September - nicht zuletzt
durch Jennifer Egans fast gespenstisch hellseherische
Darstellung des Terroristen "Z".
(©
2002 Schöffling & Co. Verlag)
Fazit:
Namensschwestern, ein Terrorist und der Verkaufserfolg
eines Buches
Das
Model Charlotte Swenson erleidet bei einem Unfall schwere
Gesichtsverletzungen. Als sie wieder nach New York zurückkehrt,
halten 80 Titanschrauben das Gesicht des Models zusammen
und ihr Aussehen ist ein anderes.
Die Welt des Imagekultes und Schönheitswahns erkennt
sie nicht mehr und erkennt sie auch nicht mehr an, so
die Erkenntnis von Charlotte Swenson. Und so auch die
Kritik der Autorin an einer Welt des Schönheits-
und Prestigekultes.
Parallel
zu diesem Erzählstrang läuft die Geschichte
von einer anderen Charlotte, der Tochter einer Jugendfreundin
von Charlotte Swenson. Aber nicht nur diese Verbindung
existiert zwischen den Erzählsträngen. Gleichzeitig
ist es "Z", ein mysteriöser Schläfer,
ein Terrorist, der in Charlottes Leben bis zum Unfall
eine Rolle spielte und nach dem Unfall mit neuer Identität
in das Leben der anderen Charlotte dringt.
Leider
ist der Roman und auch die darin anklingende Kritik
zu glatt. Die Spannung hält sich zwar über
die 500 Seiten hinweg, aber das Ende wird vorhersehbar
und daher fast ein wenig banal. Verblüfft hat mich
deshalb ein Satz in einer Ankündigung, der den
Roman "verblüffend" nannte. Doch was
soll's: Das Buch wurde nicht zuletzt durch den Terroristen
"Z", der ab und an schon als Vorahnung à
la Nostradamus im Hinblick auf den 11.09.2001 agierte,
obwohl das Buch bereits vor diesem Zeitpunkt geschrieben
wurde, und gerade durch den 11. September 2001 zum meistverkauften
Roman des Herbstes und darüber hinaus für
den National Book Award nominiert. Eine baldige Verfilmung
sollte nicht verwundern.
Insgesamt:
Ein von der Kritik oft überbewertetes Buch, welches
dennoch lesenswert ist.
(©
2002 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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