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Inhalt:
So wie wir einsam oder
verliebt, mal nachdenklich und mal emotional sind, so sind
auch die Texte der „Rock Poems“. Sie sind verdichtet
aber nicht verschlossen, tief aber leicht zugänglich
– sie sind ehrlich. Und sie bewegen, bleiben sogar in
Erinnerung – wie eine gute Rockballade eben.
Die Rock Poems reihen sich in vier Abschnitte: Die
„Skizzen“ zeichnen verschiedene Bilder einer inneren
Landschaft. Die „Stimmungen“ sammeln die dort
heimischen Gefühle. Die „Erotika“ sprechen
über die Liebe. Die „Betrachtungen“ reflektieren
über unsere Existenz und ihre Vergänglichkeit.
Es ist moderne Lyrik von ihrer besten Seite.
(©
2004 Andreas Sternowski)
Zum
Autor:
Andreas Sternowski, geb. 1957 in Köslin (Koszalin) in
Polen, lebt seit 1990 in Deutschland. Als Absolvent der Technischen
Universität in Danzig und der Freien Universität
in Berlin arbeitet er als Manager in der Software-Industrie.
Rock Poems sind sein literarisches Debüt.
Textauszug:
Schweigen der Liebe
meine Liebe zu
dir füllt randvoll
die krumme Amphora meiner Seele
du liest und ich
schaue heimlich
den Strömungen deiner Seele zu
plötzlich
erschüttert ein Beben die Welt
vergebens versuche ich es zu bezwingen
ich verliere ein
Tropfen: er rollt langsam
die rauhe Haut der Amphora hinunter
du hebst deine
Augen: das Meer deiner Liebe
eilt mit einer Welle um den Tropfen aufzufangen
dann blickst du
wieder zu deinem Buch
und der Augenblick lässt allmählich nach
wir
kehren in die Asyle unserer Gedanken zurück
beide um ein Schweigen reicher
Text:
© Andreas Sternowski
Fazit:
„Sie könnten Sie bewegen, sogar in Ihnen hängen
bleiben - wie eine gute Rockballade eben“, verspricht
der Lyrikband Rock Poems.
Andreas
Sternowski gibt mit diesen lyrischen Texten sein literarisches
Debüt. Die Rock Poems sind Gedichte über
und vom scheinbar Alltäglichen, vom Alltag in seiner
Vielschichtigkeit, seinen Widersprüchen, seinen Hindernissen
und Glücksmomenten. Es sind verdichtete Reflektionen
der Wahrnehmung, Standpunkte und analytische Zustandsbeschreibungen.
Behutsam fixiert Sternowski mit seiner Sprache ganze Gefühlswelten.
Der Autor erreicht hier Tiefe ohne hermetischen Budenzauber,
der heute so gern, so postmodern daherstolziert kommt.
Mit klaren deutlichen Worten, Bildern und Aussagen zeigen
diese Gedichte die Welt des lyrischen Ich. Diese Worte und
Bilder scheinen - geradezu aus den Seiten heraus - den Leser
in seinem Innersten zu berühren.
Der
Autor
teilt seine Texte in vier Abschnitte, die miteinander harmonieren.
In „Skizzen“, dem ersten Abschnitt, zum Beispiel,
beginnt er die Beschreibung seiner Heimatstadt mit den Worten:
„meine Heimatstadt liegt vergessen im Antiquitätenladen
/ ihre mit Freitreppen verzierten Gassen verschwimmen im Nebel“.
Der zweite Abschnitt ist mit „Stimmungen“ betitelt.
In „Warten“ heißt es: „ich setze
mich an den Tisch / streichle seine hölzerne Haut“.
Der Leser kann sich durch diese gekonnte Einfachheit diesen
Tisch selbst erfühlen, wird so zum Teilhaber des Wartens.
Diese Schnörkellosigkeit beeindruckt in diesen Texten
immer wieder.
„Erotika“ heißt der dritte Abschnitt. Eine
der schönsten Textstellen dort: „wir liegen
Atem an Atem / dein Herz schlägt langsam die Melodie
der Stille“.
Die wohl komplexesten Texte des Buches sind im letzen Abschnitt,
den „Betrachtungen“, zu finden: „es
war eine groteske Idee die Zeit zu messen / als ob man die
Kinetik der Ozeane / in das Korsett einer physikalischen Formel
fassen wollte“, beginnt hier sein Gedicht „Die
Zeit“.
In
allen vier Teilen geben die homogen gesetzten Worte den Gedichten
eine dynamisch prosaische Stabilität und verleihen eine
ästhetische Unaufdringlichkeit, die sehr angenehm ist.
Andreas
Sternowski wendet die subtilsten und wirkungsvollsten Mittel
der Lyrik an. Er schafft Bilder, die die Gefühle des
Rezipienten wecken. Und er hat eine eigene Stimme. Mit dieser
entstand ein schönes Buch voller Poesie.
(©
2004 Carlo Miller für all-around-new-books.de)
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