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Religion, Esoterik & Lebenshilfe

Das Lesebuch

Autorin: Elisabeth Kübler-Ross

gebunden mit Schutzumschlag, 389 Seiten
erschienen: 2003
Kreuz
ISBN: 3-7831-2315-1
Preis: 19,90 Euro

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Rückentext:
Die reiche Ernte eines ganzen Lebens

Elisabeth Kübler-Ross ist die unumstrittene Expertin zum Thema Sterbebegleitung.
Mit ihren klugen und warmherzigen Texten hat sie Millionen von Menschen geholfen, den starken und widersprüchlichen Gefühlen in den Wochen des Abschieds zu begegnen.
Doch mehr als das: Durch die intensiven Begegnungen mit Sterbenden wurde sie auch zu einer großartigen Lehrmeisterin erfüllten Lebens.
Dieses Buch versammelt ihre stärksten und wichtigsten Texte.

(© 2003 Kreuz Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:
Elisabeth Kübler-Ross begründete die Thanatologie (Sterbeforschung). Sie hatte ordentlich promoviert und sammelte in ihrem Leben 20 Doktortitel honoris causae.
Das hier zu besprechende Buch ist eine Zusammenstellung aus zehn Büchern der Autorin.

Neben der Einführung enthält es die Kapitel: Das große Tabu, Sterbende als Lehrmeister, Befreiung aus der Angst, Schule des Lebens, Über das Leben nach dem Tod, Vermächtnis.
Jedes Kapitel enthält weitere Abschnitte.

Das Buch ist lesenswert. Es kann Seelennahrung sein.
Es firmiert als Sachbuch. Es kann unmöglich lediglich mit der Ratio gelesen werden. Das Herz - oder die Seele - sollte schon auch beteiligt sein. Und hier scheidet sich die Spreu vom Weizen. Dieses Buch wird die eher Stillen im Lande ansprechen. Weniger die Macher. Weniger die Busynesstypen (kein Schreibfehler, "busy" meint "geschäftig, emsig"). Emsig wie Käfer, die ein glattes Rohr hinaufkriechen, um – oben angekommen – in das Innere hineinzufallen.

Wer blind und taub ist für Transzendenz, soll seine Finger von diesem Buch lassen. Wer über ein Bewusstsein verfügt, das sich mit Fußball, Fernsehen und Flaschenbier abfüllen lässt, der möge in seinem eigenen Interesse sich dieses Buch nicht antun. Wenn das Buch nämlich mit seinem Kopf interagierte, würde es einen hohlen Klang geben, wofür Das Lesebuch nichts kann.

Zum Neugierigmachen ein paar Zitate:
"Wer nicht wirklich gelebt hat, weiß auch nicht zu sterben."

"Die Verfallserscheinungen von Religion, Philosophie und Kunst in unserer Zeit hängen nicht zuletzt damit zusammen, dass unsere Zivilisation die Seinsfrage verdrängt und vergessen hat."

"Sie sahen ebenso, was aus ihrem Leben hätte werden können, das Potential, das sie besaßen. Es wurde ihnen gezeigt, dass alles Leben miteinander verflochten ist, jeder Gedanke und jede Tat eine Art von Wellenwirkung auf jedes andere Lebewesen auf unserem Planeten ausübt."

Manch einer mag mäkeln, die Autorin habe einen religiösen Touch. Zur Erinnerung: "religio" heißt "Rückbindung".

Inmitten der geistlichen, spirituellen Ödnis der westlichen Zivilisation ist dies Buch ein Quell in der Wüste. Besonders gut gefallen mir die letzten drei Kapitel.
Kübler-Ross erwähnt NDEs (Near Death Experiences). Das Beweismaterial für das Fortdauern des Bewusstseins über den physischen Tod hinaus ist überwältigend; sie zitiert Moody, einen - für westliche Verhältnisse - weiteren Pionier.
In diesem Zusammenhang sollte man auch von Stanislav Grof gehört haben.

Spannend fand ich Kübler-Ross´ Erleben bei Robert Monroe. Hier erreichte, wie sie meint, ihr Bewusstsein kosmische Dimensionen. Robert Monroe war in den 50-er Jahren typisch amerikanischer Selfmademan. Ihm widerfuhren OOB´s ([Out of the Body Experiences). Ein befreundeter Arzt versicherte ihm, er sei nicht verrückt, und er – der Arzt – habe gelesen, dass derlei Fähigkeiten bei Yogis als normal gälten. Daraufhin steckte Bob Monroe sein Geld in sein Monroe-Institute in Virginia. Vom Rundfunk kommend entwickelte er die Hemi-Sync-Methode. Bei einem seiner Ausflüge in die Transzendenz begegnete er auf Level 28 seiner verstorbenen geliebten Frau. Er widerstand der Versuchung, auf Level 28 zu bleiben und kehrte in die Physis zurück. Sein Institut war in Sachen "remote viewing" tätig für die amerikanische Regierung. Es existiert heute noch.

Elisabeth Kübler-Ross' Postulat, das Leben sei ein Lernprozess, gleiche einer Schule, und es gebe keine Zufälle, rennt bei mir offene Türen ein. Ihr eigenes Leben ist ein Musterbeispiel dafür.
(Für astrologisch Interessierte: Die Autorin ist am 8.7.1926 in Zürich um 22.45 MET geboren.)

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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