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Klappentext:
Die Tragik des Lebens liegt nicht in seiner Kürze, sondern
darin, dass wir oft erst im Nachhinein erkennen, was wirklich
wichtig ist. In Ihrem neuen Buch über das Leben und die
Kunst zu leben führt Elisabeth Kübler-Ross gemeinsam
mit David Kessler den Leser durch jene praktischen und spirituellen
Übungen, die wichtig sind, wenn wir jeden Augenblick
unseres Lebens in seiner ganzen Fülle leben wollen. Die
Autoren enthüllen in 14 gut verständlichen Kapiteln
- von der Übung der Liebe bis zur Übung des Glücks
- die Wahrheit über unsere Ängste und Hoffnungen,
unsere Beziehungen untereinander und vor allem über die
Frage, wer wir in Wirklichkeit sind.
(©
2001 Kreuz Verlag)
Buchbesprechung
- Rezension:
Das Buch ist in 14 Kapitel
unterteilt, die jeweils die Überschrift "Lektion"
tragen: Authentizität, Liebe, Beziehungen, Trauer, Macht,
Schuldgefühle, Zeit, Angst, Zorn, Spielen, Geduld, Anheimgeben,
Vergebung, Glück.
Hier ist von Frau Kübler-Ross
im Gespräch mit David Kessler beschrieben, welche unabdingbaren
Erfahrungen zur condition humaine gehören. Es
handelt sich um die „inneren Hausaufgaben“ bzw.
die Themen, mit denen sich jeder Mensch unweigerlich zu befassen
hat.
In jeder Lektion tragen Elisabeth
Kübler-Ross und David Kessler anekdotische Berichte zusammen.
Diese Berichte gehen ans Eingemachte. Sie handeln von menschlichen
Grenzsituationen.
Zum Beispiel im Kapitel
„Liebe“ die Geschichte der Mutter, die am Arbeitsplatz
von dem tödlichen Unfall ihrer sechsjährigen Tochter
erfährt und im Krankenhaus auf einen Polizisten trifft,
der seit fünf Stunden auf sie gewartet hatte. In seinen
Armen war die Tochter gestorben. Er teilte der Mutter mit:
“Ich wollte Ihnen nur sagen, dass sie nicht allein war,
als sie starb.“
Skeptiker mögen hier fragen, ob die Wartezeit des Polizisten
angesichts unseres verreglementierten Staates bei uns nicht
zu unangenehmen dienstrechtlichen Folgen für ihn geführt
haben würden.
Wir haben es hier nicht mit
einem Lehrbuch zu tun. Auch wenn die Kapitel „Lektionen“
heißen. Versuchen Sie einmal den Begriff “Liebe“
zu definieren. Oder „Glück“. Das Buch wendet
sich nicht in erster Linie an kalte pure Ratio. Sondern an
das Herz. Es kann das Herz ein wenig öffnen. Bereitschaft
vorausgesetzt.
Gleichwohl sind die
Abschnitte Elemente der conditio humana.
Das Buch kann wirken durch Ansteckung. Quasi durch Induktivität.
Wer immer sich für eines
der 14 Themen interessiert, wird in diesem Buch Anregungen
finden. Es richtet sich weniger an das Gehirn als vielmehr
– ich wage es kaum zu schreiben – an die Seele.
Wer etwa von so etwas wie Seele oder „höheres Selbst“
weiß, für den ist dies Buch eine Bereicherung.
Er findet hier niedergeschrieben, was sein Bewusstsein dunkel
ahnt und seine Seele weiß. Ja, es wird sein höheres
Selbst gewesen sein, was ihn zu diesem Werk finden ließ.
Andere, rein im Mental
verhaftete, werden nichts mit diesem Buch anzufangen wissen.
Für die Erstgenannten
kann es ein kraftspendendes und mutmachendes Buch zu sein,
weil es Hinweise enthält auf die wirklich wichtigen Belange
des Lebens.
Die vielen Fallbeispiele sorgen
dafür, dass das Buch nicht in einem Zug gelesen werden
kann. Ich las es abschnittsweise.
Das Werk kann ein hervorragendes
Therapeuticum sein für Menschen, deren Seele eingetrübt
ist, die etwa einen Schicksalsschlag hinnehmen müssen.
Warum? Weil es die Aufmerksamkeit zu richten imstande ist
auf einen größeren Rahmen, auf wahrhaft Wichtiges.
Und für jeden Menschen
kann es eine Vorbereitung sein für den Gang, den wir
dereinst alle anzutreten haben. Elisabeth Kübler-Ross
ist ja die erste international anerkannte Thanatologin (Sterbeforscherin).
(©
2003 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
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