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Inhalt:
Zu einer Zeit, da sich
in Deutschland Anschläge auf Menschen dunkler Hautfarbe häufen,
da jüdische Einrichtungen unter Polizeischutz stehen und von
"deutscher Leitkultur" die Rede ist, befragt der Fernsehmoderator
und Filmemacher Roger Willemsen vierzig internationale Künstler
nach ihrem Blick auf das Land. Biografisches wechselt mit
Analytischem, Kritisches mit Humoristischem, Erschütterndes
mit Anekdotischem. Man spricht über deutsche Geschichte und
deutschen Patriotismus, deutsche Mode und deutschen Kitsch,
deutschen Humor und deutschen Tanz. Unter den Gesprächspartnern
- allesamt porträtiert von Starfotograf Detlev Schneider -
befinden sich Vertreter aller künstlerischen Gattungen sowie
unterschiedlichster Nationen. Mit dabei sind: Hildegard Knef,
Daniel Libeskind, Vivienne Westwood, George Tabori, Heinz
Berggruen, Wim Wenders, Herta Müller, Michael Ballhaus, Montserrat
Caballé, Kent Nagano, Minh Khai Phan Thi, John Neumeier und
Lilo Pulver.
Roger Willemsen hat in 40
Interviews prominente Künstler zum Thema Deutschland befragt.
Entstanden ist ein hochwertiger Text-Bildband, dessen unterschiedlichste
Beiträge und Perspektiven teils nachdenklich stimmen und erschüttern
und teils anregend unterhalten.
(©
2001 Henschel Verlag)
Rezension - Buchbesprechung:
Roger Willemsen hat ein unglaubliches Gespür für
den Zeitgeist und vor allem für die Gesellschaft mit
ihren Nuancen, die für andere so oft unsichtbar bleiben.
Statt uns Deutschen einen großen Spiegel direkt vor
die Nase zu halten, versteckt er viele kleine - mit und ohne
Sprüngen - meisterhaft in einem Buch - hinter 40 unglaublich
interessanten Interviews mit einfühlsamen Fragen, die
wirklich etwas herausfinden wollen. Er versteht es, die richtigen
Fragen am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu stellen; nicht
effekthaschend, nicht bloßstellend, schon gar nicht
sensationslustig, aber immer mit dem richtigen Gespür
und dem Drang, das Innere nach außen zu kehren und sichtbar
zu machen - für ihn und vor allem für andere. Mit
dieser Vorgehensweise ist er umso wirkungsvoller als andere,
die teils wie Marktschreier agieren und so aufrütteln
wollen.
Während
Willemsen - lehrreicher als jedes Geschichtsbuch - auf diese
Weise Deutschland und auch die Menschen in ihren eigenen Worten
portraitiert, schafft Detlev Schneider mit seinen hervorragenden
Schwarz-Weiß-Aufnahmen das Pendant dazu. Diese Fotos,
die eine ganz eigene Sprache sprechen, ergänzen wunderbar
den Text und fangen jede Persönlichkeit in ihrer ureigenen
Brillanz ein - mal verletzlich, mal offen und klar, mal verborgen
oder geheimnisvoll. Schnell wird klar: Text und Bild könnten
jederzeit für sich alleine stehen, aber in der Gemeinschaft
sind sie ein unschlagbares Team.
Es
gibt Bücher in meinem Bücherschrank und in meinem
Leben, die ich nicht missen möchte. Dies ist eines davon.
(©
2001 Evelyn Schaust)
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