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Wirtschaft, Politik & Zeitgeschichte

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Fragen und Antworten unserer Zeit
Der Hintergrund des Terrorismus
Eine kritische Betrachtung unserer Gesellschaft nach Erkenntnissen des amerikanischen Ethnologen L. H. Morgan

Autor: Günter R. A. Bogaske

Taschenbuch, 245 Seiten
erschienen: 2002
Books on Demand
ISBN: 3-8311-4151-7
Preis: 18,50 Euro
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Inhalt:
Nach Louis Henry Morgan ist die Geschichte der Menschheit auch die Geschichte der Familie und ohne deren Entwicklung nicht denkbar, sie mündet im abendländischen Kulturkreis in die Antike Griechenlands und Roms ein. Die Bedingungen dieser Entwicklung können aus Gründen der Logik auch für andere Kulturkreise geltend gemacht werden.
Entscheidend für das Leben der Familie war aber nicht, "Was" die Menschen für ihre Produktion und Reproduktion herstellten, sondern "Wie" sie produzierten und sich ihre "Produktivität" entwickelte. Nur dadurch schufen sie über die Entwicklung der Familie zur "Gens" die Voraussetzungen für den Übergang zur Zivilisation, mit der sie unvermeidlich auch die Sklaverei zu einer sinnvollen Produktion machten.
Für die westliche Weit ist aber der Übergang von der Gens zur Zivilisation aus rein ökonomischen Ursachen heraus, am deutlichsten in Griechenland zu erkennen. Sie hatte ebenfalls den Übergang vom Mutterrecht zum Vaterrecht zur Folge, der als eine entscheidende Revolution in der Entwicklung der Gesellschaft zu werten ist. Aus den gleichen Gründen wird auch der Zwang zur Staatsgründung erkennbar, der durch neue gesellschaftliche Verhältnisse auch die Integration von Fremden unvermeidlich machte. In der Entwicklung zur Demokratie wurden Änderungen der Verfassung erforderlich, weil innere Konflikte eine Lösung verlangten.
Das hatte auch diktatorische Epochen (Tyrannis), zur Folge, die mit Duldung des Volkes die Harmonie des gesellschaftlichen Seins wieder herstellten und aus einem damit verbundenen neuen Bewusstseins zu neuen Impulsen für die weitere Entwicklung der Gesellschaft auf allen Ebenen führte.
Auf dieser Grundlage vollzog die "Evolution", auch nicht ohne Konflikte, die weitere gesellschaftliche Entwicklung, mit der die Sklaverei überwunden, der Feudalismus neue Produktionsverhältnisse hervorbrachte und zwangsläufig mit der bürgerlichen Revolution die Voraussetzung für die moderne Gesellschaft schuf.
Aber auch ihr blieben innere Konflikte nicht erspart, die zu revolutionären Ausbrüchen führten, weil sich das gesellschaftliche Sein durch die "industrielle Revolution" veränderte und zu einem Bewusstsein führte, das nicht nur die "sozialistische Revolution" auslöste, sondern damit auch den"Faschismus" zur Folge hatte. Diese Polarisierung führte an beiden Polen zu einer Harmonisierung der Gesellschaft, die sich in der Sowjetunion im Widerspruch zur allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung der westlichen Demokratien befand und den Konflikt zwischen "Ost" und "West" auslöste. Im "Osten" war aber mit dem gesellschaftlichen Fortschritt (Diktatur?) eine Harmonisierung des Seins verbunden, das mit einem daraus resultierenden Bewusstsein zu neuen Impulsen der Entwicklung führte, die scheinbare Harmonisierung im Faschismus war aber ein gesellschaftlicher Rückschritt und hatte eine Diktatur zur Folge. Die Gemeinsamkeiten der Interessen von Ost und West lösten dann den 2.Weltkrieg gegen Deutschland aus.
Nach dem Sieg war der Widerspruch zwischen Ost und West aber nicht überwunden und setzte sich im "Kalten Krieg" fort, der zum Ende der Sowjetunion führte, weil das Sein "hinter" dem Bewusstsein zurückgeblieben war. Mit dem Ende des "Sozialismus" wurde die Kontinuität der Entwicklung wieder hergestellt, die aber auch zu neuen Konflikten führte, weil die Welt als Ganzes nicht über die Harmonie verfügt, die zu Impulsen führen kann, die der inneren Gesetzmäßigkeit der gesellschaftliche Entwicklung zu folgen vermag.
Es ist erforderlich, dass die Bedingungen für den heutigen Zustand der Weit erkannt und auch anerkannt werden, weil sie abhängig waren, und sind, von den nationalen, völkischen und ethnischen materiellen Grundlagen ihrer Gesellschaften, die auch zu einem ihnen zugehörigen Bewusstsein und Religionen, oder anderer Vorstellungen von der Welt, geführt haben. Nur aus dem Bewusstsein der Wirklichkeit der gesellschaftlichen Entwicklung heraus, zu ihrem heutigen Zustand, wird dem Terrorismus der Boden entzogen.
Die Gesellschaft befindet sich in einem chaotischen Zustand, der auch in unserem Wirtschaftssystem zum Ausdruck kommt. In der Wechselbeziehung von Sein und Bewusstsein wird sich aber ein Wandel von neuen Formen herausbilden.
Wer diese Arbeit gelesen und verstanden hat, wird zu einem anderen Selbstverständnis finden. Das uns heute zur Verfügung stehende Wissen der Menschheit, zu dem alle Völker und Nationen beigetragen haben, kann zu einer relativen Übereinstimmung von Sein und Bewusstsein "in" der Welt führen, mit der eine Harmonisierung der verschiedenen Gesellschaften die bestehenden Konflikte überwinden kann. Die "politischen" und "weltanschaulichen" Unterschiede im Denken der Menschen in aller Weit bestehen nur im Abstand zu dem "Wissen", das den Menschen in ihrer Gesellschaft zur Verfügung steht. Wir müssen "unsere" Welt sehen wie sie wirklich ist, das muss zu einem Bestandteil der menschlichen Bildung werden. Das ist aber ein langer Entwicklungsprozess.

(© 2002 Günter Bogaske)


Zum Autor:

Mein Name ist Günter (Reinhold, Adolf) Bogaske. Ich bin am 06.12.1919 in Rüstringen, jetzt Wilhelmshaven, geboren. Ich besuchte die 3. Volksschule in Wilhelmshaven, die nach der Grundschule einen Anschluss an eine Förderstufe zur Weiterbildung bot. Nach der Abschlussprüfung erlernte ich auf der Marinewerft Wilhelmshaven das Maschinenbau-Handwerk, als Voraussetzung für meine Zielsetzung, wie mein Vater, Schiffsingenieur zu werden. Dazu war eine Fahrzeit bei der Handelsmarine von 36 Monaten als Ingenieur-Assistent erforderlich, die ich Anfang des 2. Weltkrieges noch beenden konnte.
Es war mir möglich, 1943 ein Schiffsingenieurpatent zu erwerben, mit dem ich bei der Kriegsmarine-Dienststelle in Hamburg dienstverpflichtet wurde. Ich überlebte zwei Schiffsverluste und fand nach dem Kriege mit meinem Patent eine Beschäftigung als Obermaschinist in einem Großkraftwerk. Mit dem Wiederaufbau der deutschen Handelsmarine meldete ich mich beim Arbeitsamt Hannover und wurde als 3. Ingenieur auf den ersten Neubau vermittelt. Durch die Kriegsverluste von Patentinhabern wurde ich schnell leitender Ingenieur und war bis 1961 bei verschiedenen deutschen Reedereien tätig. Aus persönlichen Gründen bewarb ich mich über eine Agentur bei ausländischen Reedereien und fuhr als leitender Ingenieur bis 1983 in der internationalen Schifffahrt unter verschiedenen Flaggen. Die letzten 6 Jahre war ich bei einer japanischen Reederei, bei der ich dann in Rente ging.
Meine Eindrücke in aller Welt veranlassten mich zum Nachdenken, dessen Ergebnis sich in einigen Büchern niederschlug. Dazu gehören "Fragen und Antworten unserer Zeit" sowie "Brücken über Abgründen", das das erste Buch in Romanform ergänzt. Eine Arbeit über meine erste Ausbildungsreise beim NDL ist in Vorbereitung und soll dazu beitragen, mich als Menschen kennen zu lernen.
Nach 54 Jahren einer glücklichen Seemannsehe verlor ich 1997 meine Frau und wenn es mir in meinem Alter noch vergönnt sein sollte, möchte ich darüber noch ein Buch schreiben.

(© Günter Bogaske)


Kommentar des Autors:
Als ich „Fragen und Antworten unserer Zeit“ schrieb, stand mir das Buch von Morgan „Die Urgesellschaft“ nicht zur Verfügung. Auch eine Suchanzeige im englischen und deutschen Buchhandel blieb ohne Erfolg. Durch einen Zufall fand ich dann mit Hilfe meines Computers heraus, dass das Buch seit 1987 wieder auf dem Büchermarkt ist. Da meine Suche vor dieser Zeit erfolgte, konnte es natürlich nicht gefunden werden. Das möchte ich zu Ehren des Buchhandels nicht unerwähnt lassen.
Im Besitz der „Urgesellschaft“ stellte ich aber fest, dass das Gedankengut von Morgan voll zur Geltung gekommen ist. Es gipfelt in der Erkenntnis, dass die gesellschaftliche Entwicklung einer inneren Gesetzmäßigkeit unterliegt, die sich in Übereinstimmung mit unserem Wissen über die Evolution befindet.
Es widersprach völlig dem Denken seiner Zeit, und wenn es in Fachkreisen auch Erwähnung gefunden hat, so ist es bis heute in der Öffentlichkeit nicht zur Diskussion gestellt worden. Ich möchte das aus gutem Grunde nachholen.
Ich wende mich mit dieser Arbeit an die einschlägige Wissenschaft, da ich in jahrzehntelanger Beschäftigung mit der Geschichte der Menschheit zu der Ansicht gekommen bin, dass etwas nicht stimmt. Ich bin kein Wissenschaftler, aber ein Mensch, der zumindest davon überzeugt ist, dass er für diese Behauptung gute Gründe ins Feld führen kann.
Es gibt zwei entscheidende Vorgänge in der menschlichen Vorgeschichte, die von der einschlägigen Wissenschaft vernachlässigt werden. Wenn die Archäologie aus „fossilen“ Funden uns eine Vorstellung des menschlichen Daseins in der „Urgesellschaft“ vermittelt, so werden „fossile“ Formen der Familie, wie sie L.H. Morgan nachgewiesen hat, völlig ignoriert oder falsch interpretiert.
Wenn in Beschreibungen des Übergangs von der Urgesellschaft zur Zivilisation der Begriff „Unfrei“ oder „Sklaverei“ eingeführt wird, so fehlt dafür die Erklärung der „Hintergründe“ für eine Veränderung des menschlichen Lebens, das in der "Urgesellschaft" als mit „Frei“ dargestellt wird. Die Frage für die Veränderung der sozialen Stellung des Menschen in seiner Geschichte wird überhaupt nicht gestellt. Dass es dafür „entwicklungsbedingte“ Ursachen geben muss, dürfte für einen „Wissenschaftler“ der „Logik" nicht entbehren.
Wenn die Geschichte der Menschheit, die ohne jeden Zweifel zu Unfreiheit und Sklaverei und damit zu einer Veränderung im menschlichen Dasein geführt hat und durch die Erkenntnisse von L.H. Morgan eine Erklärung findet, und, aus welchen Gründen auch immer, keine Anerkennung findet, dann muss die einschlägige Wissenschaft zumindest eine bessere Erklärung dafür anbieten. Sie kann diese folgenschwere gesellschaftliche Erscheinung nicht einfach ignorieren.

Die politische Struktur der Gesellschaft ist abhängig von dem Abstand des Bewusstseins der in ihr wirksamen politischen Kräfte, zu einem Bewusstsein, das uns das Wissen zu vermitteln vermag.
Wissen und Bewusstsein ist aber nicht das Gleiche. Nach Morgan bleibt das Bewusstsein hinter dem gesellschaftlichen Sein zurück, denn wenn der Mensch sich immer der Konsequenzen seines Handelns bewusst wäre, würde die „Evolution“ für die menschliche Gesellschaft in Frage gestellt, die Natur und das „Leben“ wären davon aber nicht betroffen.
Bleibt aber das „Sein“ hinter dem „Bewusstsein“ zurück, wie die Epoche des Übergangs zur Zivilisation, die bürgerliche Revolution und das Ende der Sowjetunion gezeigt hat, dann ist damit immer eine Veränderung des gesellschaftlichen Zustandes verbunden.
Das bedeutet, dass die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft einer inneren Gesetzmäßigkeit unterliegt, die sich nahtlos an die natürliche Evolution und damit an die Entstehung des Lebens anschließt, dem sich auch der Mensch nicht entziehen kann. Auf der Grundlage der Wechselbeziehung von Sein und Bewusstsein unterliegt er diesem Zwang in der politischen Auseinandersetzung des entsprechenden gesellschaftlichen Zustandes, von dem sein Bewusstsein geprägt wird.

Ich bin mir in vollem Umfang bewusst, dass das Aufgreifen des von mir in den Mittelpunkt gerückten Themas ein heißes Eisen ist, aber ich halte es angesichts der allgemeinen Entwicklung für an der Zeit, dass man es wagt. Früher oder später wird es unvermeidlich sein, wenn wir die anstehenden Fragen der Gesellschaft anpacken wollen.
Ich stelle hiermit das Thema einer Erklärung für die Hintergründe der Sklaverei und die Ignorierung der morganschen Erkenntnisse zur Diskussion.
Wenn es die Zielsetzung eines Lexikons ist, den interessierten Nutzer über mehrheitlich vertretene wissenschaftliche Lehrmeinungen zu informieren, so fängt damit der Denkfehler von Lexikonverlagen schon an. Diese Lehrmeinungen finden ihren Ausdruck in unserer Geistesgeschichte, die mit dem Prozess der gesellschaftlichen Umwandlung aus der Urgesellschaft in die Zivilisation ihren Anfang nimmt. Dieser Prozess erstreckte sich über Jahrhunderte und findet in keinem Lexikon eine Erwähnung, die seine "materiellen" Ursachen erkennen lässt. Darüber gibt nur Morgans „Urgesellschaft“ Auskunft.
Was von der Geschichte des "Denkens" zu halten ist, dazu hat schon der "Wiener Kreis" 1923 Stellung bezogen, wenn er "erkenntnistheoretisch" postuliert, "dass alles, was bisher als Philosophie gegolten habe, weder wahr noch falsch, sondern buchstäblich bedeutungslos sei".
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Evolution sich nach den ureigensten materiellen Gesetzen der Natur vollzogen hat und ihnen auch heute noch unterliegt. Es ist einfach unlogisch, davon auszugehen, dass mit dem Auftreten des Menschen die gegenwärtige und auch künftige Entwicklung den verschiedenen Interpretationen unserer klassischen "Denker" folgt, die gesellschaftliche Entwicklung kann nur ihrer "materiellen" eigenen inneren Gesetzmäßigkeit unterliegen.
Morgan gibt Auskunft darüber, wie in allen Teilen der Welt der Mensch auf der Grundlage der Wechselbeziehung von "Sein und Bewusstsein", durch seine "Produktivität" die Bedingungen seines Lebens veränderte, und damit die Voraussetzung für den Übergang zur Zivilisation schuf. Die Steigerung der Produktivität war die Ursache für die "Sklaverei" als gesellschaftlicher Produktionsgrundlage zur Sicherung des Lebens in einer neuen Gesellschaft. Welche Konsequenzen diese Veränderungen unvermeidlich machten, schildert Morgan in der "Urgesellschaft". Nur ein "Staat" konnte die resultierenden Konflikte, die auch im Übergang vom Mutter- zum Vaterrecht bestanden, im Interesse der ganzen Gesellschaft lösen. Seine Form entwickelte sich zur Demokratie. Die Steigerung der Produktivität führte zur Überwindung der Sklaverei, über den Feudalismus zur "Bürgerlichen Gesellschaft" und zu seiner heutigen Form.
Das ist die Wirklichkeit, die in keinem modernen Lexikon dargestellt wird und das macht deutlich, dass die Wissenschaft sich nicht an ihrem eigenen Ursprung und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Entwicklung orientiert hat. Morgan und seine Mitarbeiter an der „Urgesellschaft“ waren namhafte Wissenschaftler oder auch Kritiker, die nicht mit ihm übereinstimmten, und die er auch beim Namen nennt.

Ich bin weder Ethnologe, noch Historiker oder Ökonom, sondern nur ein Mensch, der die Welt so sieht wie sie wirklich ist, und das verdanke ich Morgan. Wir alle verdanken Morgan aber auch die Erkenntnis, dass mit dem Wachsen der Komplexität der Gesellschaft das Bewusstsein hinter dem Sein zurückbleibt. Das bedeutet in der Umkehr dieser „Erkenntnis", dass bei einem Zurückbleiben des Seins hinter dem Bewusstsein die Gesellschaft mit einer Veränderung (Revolution) schwanger geht. Das zeigt der Übergang von der Urgesellschaft zur Zivilisation als Grundlage unserer Geistesgeschichte, an der sich die Repräsentanten der Geschichte des Denkens, unter Einbeziehung der „Geistesge-schichte“ der Urgesellschaft, orientieren sollten.
Morgan hat nichts anderes getan, als das „Denken“ des Urmenschen in Abhängigkeit von den „materiellen“ Impulsen, die seine „Produktivität“ auch ständig verändert hat, deutlich zu machen. Damit hat er die „Ethnologie“ erst begründet, denn mit der Verbreitung des Menschen über die Erde haben erst die unterschiedlichen materiellen Lebensbedingungen, die er vorfand, zu den heute lebenden Völkern und Nationen geführt.
Dieser Zustand unserer heutigen Welt ist der Hintergrund des Terrorismus, man kann ihn nicht kurzfristig verändern, aber man kann die von dieser Entwicklung betroffenen Völker und Nationen über die Ursachen des Zurückbleibens hinter der Kontinuität der gesellschaftlichen Entwicklung aufklären.
Dazu gehört auch, ihnen deutlich zu machen, dass nur mit Hilfe der „fortgeschrittenen Länder“ der Anschluss an die westliche Welt zu erreichen ist. Nur die Veränderung ihres Seins schafft die Voraussetzung für eine Veränderung des Bewusstseins. Das Sein bestimmt das Bewusstsein und das muss zur Substanz unserer Geistesgeschichte gemacht werden. Das erfordert weniger Einsatz von Kapital als ein Krieg (Irakkrieg). Nur diese Grundkonzeption entzieht dem Terrorismus die Grundlage. Wenn die USA das begriffen haben, besitzen sie die Waffe gegen den Terror. Das gilt auch für Israel und die Palästinenser. Auch das könnte sich jedes Lexikon zur Aufgabe machen.

Die menschliche Produktivität war der Hintergrund für den Übergang von der Sklaverei zum Feudalismus, vom Feudalismus zur Bürgerlichen Gesellschaft, sowie die gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb dieser Gesellschaft zur sozialistischen Revolution, wie auch die sogenannte nationale Revolution der Nazis, die Globalisierung und die Auseinandersetzung um die Agenda 2010.
Dazu gehört aber auch die innerparteiliche Auseinandersetzung in der SPD, in der viele Mitglieder glauben, ihre Partei nicht mehr zu erkennen. Sie werden erkennen müssen, dass der gesellschaftliche Zustand bei der Gründung der Partei sich wesentlich unterscheidet von dem Zustand in der Gegenwart. Auch hier lässt sich erkennen, dass das Bewusstsein der Genossen hinter dem Sein zurück geblieben ist. Die Entwicklung wird aber über sie hinweg schreiten.
In der Konsequenz dieses Vorgangs liegt die Erkenntnis verborgen, dass die geistige und politische Struktur einer gegebenen Gesellschaft abhängig ist von der inneren Gesetzmäßigkeit der Evolution auf der Grundlage der Wechselbeziehung von Sein und Bewusstsein während der gesamten Geschichte der Menschheit.
Unsere Geistesgeschichte hat durch unser heutiges Wissen ihre Substanz verloren. Von den Repräsentanten dieser Geschichte hat nur Marx als Weltanschauung noch Substanz. Als Programm hatte der Marxismus nur das Fundament des gesellschaftlichen Zustandes seiner Zeit als Grundlage, die unserer modernen Gesellschaft widerspricht. Die Bedeutung von Marx geht auch aus der ZDF-Sendung mit der Suche nach dem „Besten-Deutschen" hervor.
Morgan stellt den Prozess des Übergangs aus der Urgesellschaft zur Zivilisation in Attika dar, der sehr an die Vorgänge für die notwendigen Reformen von heute erinnert. Wir können daraus nur lernen, wenn wir uns an der Wirklichkeit unserer Geschichte orientieren.
Den heutigen chaotischen Zustand unserer Gesellschaft in annehmbare geordnete Bahnen zu lenken, wird mehr als nur Jahrzehnte erfordern
Wenn das Gedankengut von Morgan global zur Diskussion gestellt werden würde, könnte man den Ursprung des Terrors und die Möglichkeiten seiner Bekämpfung durch weltweite Aufklärung erst wirklich verstehen. Verstehen kann man dann auch den Hintergrund des Irakkrieges, wenn man das Wesen unserer Zivilisation, nach Darstellung von Morgan über die Geschichte „Attikas“, als die Wirklichkeit unserer Geschichte auch in der Geschichtsschreibung wiederfindet und sich daran auch orientiert. Das könnte zu einem Prozess werden, mit dem die Medien und die Politik über viele Jahre beschäftigt wären. Die fortgeschrittene Gesellschaft würde wieder mit einem Inhalt versehen und einen Sinn erhalten, anstatt mit dem Finger nur in den Wunden des Körpers der Gesellschaft herumzustochern.

Die „Urgesellschaft“ lässt uns erkennen, dass eine innere Gesetzmäßigkeit der Entwicklung der Gesellschaft vorliegt und das möchte ich auch nochmals in meinem Buch » "Brücken über Abgründen“ deutlich machen.
Sie zeigt aber auch durch die Darstellung von Morgan über die Vorgänge in Attika, was Zivilisation bedeutet.

Man muss erkennen, dass die Zivilisation gekennzeichnet ist von dem Kampf um die Verteilung des Überschusses an der gesellschaftlichen Produktion. Dieser Kampf zeigt die Veränderung der Spezies Mensch durch die Veränderung seines gesellschaftlichen Seins. Das setzt die Anerkennung voraus, dass das „Sein das Bewusstsein“ bestimmt.
Unsere Geistesgeschichte hat durch das uns heute zur Verfügung stehende Wissen an Substanz verloren, das heißt, man sollte sie nur als „Geschichte“ verstehen, ohne die Verdienste ihrer Repräsentanten zu vernachlässigen
.
Die Resonanz auf beide Bücher hat zu der „Erkenntnis“ geführt, dass beide Arbeiten nicht voneinander zu trennen sind und als eine Einheit betrachtet werden sollten.
Das zweite Buch wird nur mit dem Wissen um das erste Buch verstanden werden, aber umgekehrt wird das erste Buch besser verstanden, weil im zweiten auf jeder Seite zu erkennen ist, aus welchem Bewusstsein heraus es entstanden ist.

Die sozialistische Revolution in Russland hatte eine neue Dimension, da sie im Widerspruch zur Kontinuität der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft (Kapitalismus) stand. Die reaktionären Kräfte lösten einen Widerstand aus, mit dem die ganze Welt in Brand geriet. Dieser Brand schwelt noch immer und ist auch der Hintergrund des Irakkrieges. Er wird erst erlöschen, wenn die Entwicklung wieder einmündet in eine innere Gesetzmäßigkeit, mit der auch der Terrorismus überwunden werden wird. Es ist ein langer Prozess zur Wiederherstellung eines gesellschaftlichen Zustandes, auf höherer Ebene, mit der die Menschheitsgeschichte einmal begonnen hat.
Das mag etwas zu hoch gesteckt erscheinen, aber es ist die logische Schlussfolgerung aus dem Gedankengut von Lewis Henry Morgan und unserem Wissen um die Evolution an sich.
Nur wenn man erkennt, das der Sozialismus nicht nur eine Idee ist, sondern ganz bestimmte materielle gesellschaftliche Voraussetzungen dazu geführt haben, dass ein bestehender Zustand der Gesellschaft nach einer Veränderung verlangte (auch Ursprung der SPD).
Die Gesellschaft ging mit einen Revolution „schwanger“. Ein Zustand, der sich in der Geschichte der Menschheit mehrmals wiederholt hat (Übergang zur Zivilisation, Entwicklungsstadien bis zur bürgerlichen Revolution, industrielle Revolution).
Die von der Entwicklung überholten politischen Kräfte sollte man aber nicht vom politischen Leben ausschalten, wenn sie aus der Geschichte gelernt haben, denn ein anderer gesellschaftlicher Zustand hat auch für diese Kräfte ein anderes Bewusstsein zur Folge, das der Gesellschaft neue Impulse der Entwicklung verleihen kann. Auch das lehrt uns die Kontinuität der Geschichte nach Eintritt in die Zivilisation.
Der Krieg der zivilisierten, freien und demokratischen Welt gegen den Terrorismus kann nur erfolgreich sein, wenn diese Welt sich selber so sieht, wie sie wirklich ist.
Ihre Geschichte lehrt uns, dass die Menschen ihre Welt nie bewusst erbaut haben, sie mussten immer den Schritt folgen, den ihnen die natürliche Entwicklung (oder die Evolution) vorgegeben hatte. Wir müssen uns heute alle fragen, welchen Schritt uns die Entwicklung mit der Kriegserklärung der Terroristen vorgegeben hat, tun wir jetzt den nächsten Schritt. Wir können alle nur hoffen, dass es der Richtige ist. Er kann aber nicht in der „Konfrontation“ liegen, sondern nur in der „Kooperation“. Allen Staaten außerhalb der westlichen Allianz gegen den Terrorismus muss durch die Veränderung „Ihres Seins“ bewusst gemacht werden, dass die Unterschiede ihres gesellschaftlichen Zustandes einer ganz natürlichen Entwicklung entspricht, dessen Veränderungen in Richtung der westlichen Lebensbedingungen das Potential des bestehenden Spannungsfeldes auf ein natürliches Maß reduziert.
Das entzieht dem Terrorismus die Grundlage.

(© 2004 Günter Bogaske)

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