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Die Original-
ausgabe erschien 1998 unter dem Titel
"U Boat Tankers 1941-45: Submarine Suppliers to Atlantic Wolf Packs".

 

Außerdem
erschienen
als:

Hardcover


 

Wirtschaft, Politik & Zeitgeschichte

U-Boot-Tanker 1941 - 1945
Unterwasser-Versorger für die Wolfsrudel im Atlantik

Autor: John F. White
Übersetzt von Carsten Wenke

Taschenbuch, 372 Seiten
erschienen: Juni 2004
Ullstein
ISBN: 3-548-25907-3
Preis: 7,95 €

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Inhalt und Fazit:

Zum Inhalt
Das Taschenbuch umfasst 372 Seiten, die sich wie folgt aufteilen:
Widmung (Ernest Britton, MBE), Danksagung, Vorwort und Einleitung auf den Seiten 7 bis 18.

Der thematisch-chronologische Hauptteil auf den Seiten 19 bis 335 ist - versehen mit einigen Abbildungen und Karten im Text - gegliedert in:
– Entstehung der U-Tanker
– Versorgungsschiffe
– Ultra
– Entfernte Gebiete
– Operation Paukenschlag
– Milchkühe
– Neue alliierte Waffen
– Geleitzüge
– Kapstadt
– Probleme werden größer
– Schwarzer Mai
– Biskaya
– Atlantik
– Versorgung anderer Kriegsschauplätze
– Wieder Nordatlantik
– Der Druck bleibt
– Ende der Milchkühe und
– Nachwort

Im Anhang der Seiten 337 bis 359 finden sich umfangreiche, detaillierte Informationen zu Erfolgen der Milchkühe, Zusammenarbeit mit Spanien, Einsatzfahrten, U-Boot-Typen, Dienstgraden und U-Tankern. Die Planquadratkarte Atlantik, Literaturverzeichnis und Bildnachweis runden das Hauptwerk ab. Erschlossen werden die Seiten 19 bis 352 durch ein Stichwortverzeichnis mit 781 Einträgen und oft mehreren Fundstellen.

Systematisches
Der Autor berichtet in den 17 Kapiteln von Hintergrund, Entstehung, Blüte und Niedergang der vielen unbekannten deutschen U–Versorger im II. Weltkrieg. Dabei verknüpft er thematische mit chronologischer Gliederung, was hier ein Amalgam aus Nähe am Geschehen und kritischer Distanz schafft. Neben den technischen Schwierigkeiten der Entwicklung und des Betriebs der Boote dominiert ein Thema: die überragende Bedeutung der alliierten Funkaufklärung für den Sieg nicht nur in der Atlantikschlacht.

Immer wieder zeigen die Quellen des Autors, wie einerseits Aufklärungsergebnisse wohlabgewogen genutzt wurden und andererseits der BdU bis zuletzt von ungebrochener Verschlüsselung ausging, obwohl seine Crews seit 1943 ausreichend Grund hatten, die Kompromittierung zu vermuten. Merkenswert dazu des Autors allgemeine Schlussfolgerung im Nachwort: "Man muß immer davon ausgehen, daß andere die eigenen Meldungen lesen und entziffern können, seien sie direkt oder auf elektronischem Weg übermittelt. Man sollte sich sicher sein, daß seine Nachricht auch dann, wenn sie abgehört wurde, nur für den verständlich ist, der sie erhalten soll." (S. 335)

Natürlich kommen auch die Folgen des weiterentwickelten Radars der Alliierten und ihrer strategischen und taktischen Funkpeilung nicht zu kurz.

Taktische Fragen, wie das Prozedere der Unterwasserbetankung, das Ignorieren Dönitz´scher Befehle zur eigenen Sicherheit oder die Wechselwirkung zwischen mangelnder Luftunterstützung ("Alles, was fliegt, gehört mir!") und Sicherheit des Biskayatransfers, ergänzen sich mit strategischen Angaben zum Anteil der Milchkühe an den Versenkungen, der Ausrüstung mit 37mm-Flak oder ihrer Dislozierung in verschiedenen Seegebieten zu einem stimmigen Bild. Dabei verbindet White quantitative mit qualitativen Erwägungen, um zu Einschätzungen beispielsweise der Auswirkungen auf die Versorgung zu gelangen (S. 331).

Ganz nebenbei wird auch einmal ein wenig qualifizierter Autor bloßgestellt, so z. B. Clay Blair mit seiner fehlerhaften Analyse der Auswirkungen von Enigma-Entschlüsselung auf die Milchkuhangriffe (S. 354). Übrigens fällt nur eine kleine Ungenauigkeit auf: Vizeadmiral Wolfgang Wegeners Schrift "Die Seestrategie des Weltkrieges" wird als "Strategie ..." angeführt (S. 19).
Selbstverständlich sind alle wichtigen Geräte wie Bachstelze, Naxos, Leigh Light oder Metox aufgeführt, so sie eine Rolle spielten. Und schließlich nutzte der Autor seine Gespräche mit Fachleuten, gelegentlich "hautnah" am Geschehen zu schreiben.
Stilistisch steht White in der guten britischen Tradition fairer, unaufgeregter und vor allem unpolemischer Sachbücher.

Buchtechnisches
Der fehlerfreie Satz in korrekter Rechtschreibung, der vielleicht der Zweitverwertung von Satzdaten (der gebundenen Ausgabe) als auch bewusster Beibehaltung erprobter Konventionen geschuldet sein mag, trägt zu einem mühelosen Lesevergnügen bei. Die Verarbeitung ist taschenbuchgemäß sauber. Nur das Stichwortverzeichnis leidet etwas darunter, dass bis zu 63 Fundstellen (z. B. für "Dönitz") ohne Differenzierung aufgezählt werden. Hier gerät das Finden zur Glückssache.
Die zahlreichen Originalquellen – Kriegstagebücher, FKpt Hesslers Ausarbeitung, Horst Bredows U-Boot-Archiv, Ultra B-Unterlagen – sowie die benutzten Fachbücher sind leider im Text selbst nicht referenziert, was es schwierig macht, selbst nachzuschlagen.
Die Übersetzung von Carsten Wenke ist so gelungen, dass man meint, die Originalsprache vor sich zu haben.

Bewertung
Whites Identifizierung mit seinem Thema, seine langjährige Leidenschaft für das Sammeln und Verarbeiten aller relevanten Quellen und seine sorgfältige Auseinandersetzung mit der für ihn fremden Quellensprache haben ein Grundlagenwerk mit hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis geschaffen. Niemand, der sich über das Thema der deutschen U-Boot-Versorgung auf See im II. Weltkrieg informieren will, dürfte dieses Buch ignorieren. Es kann allen Interessierten nur wärmstens empfohlen werden.
Eine zukünftige Auflage könnte ihren Nutzen durch Differenzierung der Stichworte und Fundstellenangaben im Text noch erhöhen.

(© 2004 Michael Titz für all-around-new-books.de)

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