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Die Originalausgabe erschien 1973 unter dem Titel
"Small is Beautiful. A Study of Economics as if People Mattered".

 


 

(Wieder)entdeckt

Small is beautiful
Die Rückkehr zum menschlichen Maß

Autor: Ernst Friedrich Schumacher

Taschenbuch, 285 Seiten
erschienen: 1995, 3. Auflage 2001
Stiftung Ökologie und Landbau
ISBN: 3934499368
Preis: 15,00 €

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Rückentext:
„Schumacher läßt aufhorchen. Da schreibt einer, der tut, was er schreibt, da spricht einer mit der gleichen Selbstverständlichkeit über Probleme der kapitalistischen Wirtschaft, wie er die Bibel zitiert, da hält einer dem Glaubensbekenntnis des Kapitalismus die Lehren des Buddha entgegen – und bleibt dabei sachlich, überzeugend und glaubwürdig. Die Zeit war reif für dieses Buch, es wird auch in der Bundesrepublik ganz gewiß nicht ohne Wirkung bleiben.“ Hessischer Rundfunk

„Ein Buch, das man wirklich lesen kann, ohne zu studieren: ein Buch für Theorie und Praxis an der Basis. "Small is Beautiful" ist das Brillanteste und Schärfste, was man bislang im geistigen Rüstzeug der Alternativbewegung findet.“ TAZ (Tageszeitung)

(© 2001 Stiftung Ökologie und Landbau)


Fazit:
Es kann ein Leben vor dem Tode geben. Auch in der Wirtschaft.

In sehr klarer, präziser, beispielhafter und liebevoller Sprache widmet sich E. F. Schumacher hier den unterschwellig unserem Wirtschaftssystem zugrundeliegenden Annahmen.

Haben Sie schon mal einen Fisch nach Wasser gefragt? Er wird nicht antworten können, selbst wenn er sprechen könnte. Das Wasser ist für ihn selbstverständlich, paradigmatisch.
Seit Thomas S. Kuhns Buch "The Structure of Scientific Revolutions" wissen wir um die Paradigmen in der Wissenschaft. Statt Paradigma können Sie auch "Vorurteil" oder "Belief", „Scheuklappen“ oder "Die-Als-Selbstverständlich-Vorausgesetzte-Annahme" sagen.
Schumacher wählt als Beispiel die buddhistische Wirtschaftslehre und sagt selber auf Seite 47 der mir vorliegenden Ausgabe, dies sei reiner Zufall:
"Im folgenden Kapitel soll untersucht werden, was für wirtschaftliche Gesetze und was für Definitionen der Vorstellungen <wirtschaftlich> und <unwirtschaftlich> sich ergeben, wenn wir die meta-wirtschaftswissenschaftliche Grundlage des westlichen Materialismus verlassen und die Lehre des Buddhismus an seine Stelle setzen. Die Wahl des Buddhismus für diesen Zweck ist rein zufällig; ebensogut hätte die Lehre des Christentums, des Islam oder des Judentums oder die jeder anderen der großen östlichen Überlieferungen eingesetzt werden können."

Das Buch ist in vier Teile gegliedert:
I. Die moderne Welt
II. Aktivposten
III. Die Dritte Welt
IV. Organisation und Eigentum

In Teil II nennt E. F. Schumacher Bildung den größten Aktivposten. Bildung vergleicht er mit einem Werkzeugkasten von Vorstellungen, mit dem, durch den und über den wir die Welt kennenlernen und deuten. Bildung gebe uns Erfahrungen und Deutungen der inneren Entwicklung des Menschen.
Schumacher fragt: “Was fehlt mir als Mensch, wenn ich niemals etwas vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gehört habe? Die Antwort lautet: Nichts. Was fehlt mir, wenn ich Shakespeare nicht kenne? Wenn ich mein Verstehen nicht aus einer anderen Quelle beziehe, fehlt mir schlicht mein Leben.“

Schumacher widmet sich den noch herrschenden Hauptvorstellungen unserer Kultur. Sie stammen aus dem materialistischen 19. Jahrhundert und beherrschen den Geist des "gebildeten" Menschen. „Sie alle behaupten, daß etwas, das zuvor ranghöher genannt wurde, in Wirklichkeit nichts als eine verfeinerte Äußerung des <Geringeren> darstellt, wenn nicht sogar schon der Unterschied zwischen höher und geringer geleugnet wird.“

Er kritisiert diese Annahmen: „Die führenden Vorstellungen des neunzehnten Jahrhunderts, die von sich behaupteten, daß sie die Metaphysik abschafften, sind selbst eine schlechte, tückische und dem Leben gefährliche Art von Metaphysik. Wir leiden unter ihnen wie unter einer tödlichen Krankheit.“

Schumacher kam von den Wirtschaftswissenschaften und wurde ein Verfechter der TRADITION. Sein postumes Werk „A Guide für the Perplexed“ (dt.: “Rat für die Ratlosen”) präzisiert seine Auffassung von dem, was er „höher“ nennt. Diese Auffassung durchzieht sich wie ein goldenes Band (aurea catena) durch die Jahrtausende. In Small is Beautiful finden wir die ökonomische Anwendung.
Schumacher war übrigens stark beeinflusst durch, von den herrschenden Wirtschaftswissenschaften gerne unterschlagenen Leopold Kohr.

Unbedingt lesenswert. Liebevoll geschrieben - von einem Wirtschaftsfachmann, der die Menschen liebte.

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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