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Rückentext:
„Schumacher läßt
aufhorchen. Da schreibt einer, der tut, was er schreibt, da
spricht einer mit der gleichen Selbstverständlichkeit
über Probleme der kapitalistischen Wirtschaft, wie er
die Bibel zitiert, da hält einer dem Glaubensbekenntnis
des Kapitalismus die Lehren des Buddha entgegen – und
bleibt dabei sachlich, überzeugend und glaubwürdig.
Die Zeit war reif für dieses Buch, es wird auch in der
Bundesrepublik ganz gewiß nicht ohne Wirkung bleiben.“
Hessischer Rundfunk
„Ein
Buch, das man wirklich lesen kann, ohne zu studieren: ein
Buch für Theorie und Praxis an der Basis. "Small
is Beautiful" ist das Brillanteste und Schärfste,
was man bislang im geistigen Rüstzeug der Alternativbewegung
findet.“ TAZ (Tageszeitung)
(©
2001 Stiftung Ökologie und Landbau)
Fazit:
Es kann ein Leben vor dem Tode geben. Auch in der
Wirtschaft.
In
sehr klarer, präziser, beispielhafter und liebevoller
Sprache widmet sich E. F. Schumacher hier den unterschwellig
unserem Wirtschaftssystem zugrundeliegenden Annahmen.
Haben
Sie schon mal einen Fisch nach Wasser gefragt? Er wird nicht
antworten können, selbst wenn er sprechen könnte.
Das Wasser ist für ihn selbstverständlich, paradigmatisch.
Seit Thomas S. Kuhns Buch "The Structure of Scientific
Revolutions" wissen wir um die Paradigmen in der Wissenschaft.
Statt Paradigma können Sie auch "Vorurteil"
oder "Belief", „Scheuklappen“ oder "Die-Als-Selbstverständlich-Vorausgesetzte-Annahme"
sagen.
Schumacher
wählt als Beispiel die buddhistische Wirtschaftslehre
und sagt selber auf Seite 47 der mir vorliegenden Ausgabe,
dies sei reiner Zufall:
"Im folgenden Kapitel soll untersucht werden, was
für wirtschaftliche Gesetze und was für Definitionen
der Vorstellungen <wirtschaftlich> und <unwirtschaftlich>
sich ergeben, wenn wir die meta-wirtschaftswissenschaftliche
Grundlage des westlichen Materialismus verlassen und die Lehre
des Buddhismus an seine Stelle setzen. Die Wahl des Buddhismus
für diesen Zweck ist rein zufällig; ebensogut hätte
die Lehre des Christentums, des Islam oder des Judentums oder
die jeder anderen der großen östlichen Überlieferungen
eingesetzt werden können."
Das
Buch ist in vier Teile gegliedert:
I. Die moderne Welt
II. Aktivposten
III. Die Dritte Welt
IV. Organisation und Eigentum
In Teil II nennt E. F. Schumacher Bildung
den größten Aktivposten. Bildung vergleicht er
mit einem Werkzeugkasten von Vorstellungen, mit dem, durch
den und über den wir die Welt kennenlernen und deuten.
Bildung gebe uns Erfahrungen und Deutungen der inneren Entwicklung
des Menschen.
Schumacher fragt: “Was fehlt mir als Mensch, wenn
ich niemals etwas vom zweiten Hauptsatz der Thermodynamik
gehört habe? Die Antwort lautet: Nichts. Was fehlt mir,
wenn ich Shakespeare nicht kenne? Wenn ich mein Verstehen
nicht aus einer anderen Quelle beziehe, fehlt mir schlicht
mein Leben.“
Schumacher
widmet sich den noch herrschenden Hauptvorstellungen unserer
Kultur. Sie stammen aus dem materialistischen 19. Jahrhundert
und beherrschen den Geist des "gebildeten" Menschen.
„Sie alle behaupten, daß etwas, das zuvor
ranghöher genannt wurde, in Wirklichkeit nichts als eine
verfeinerte Äußerung des <Geringeren> darstellt,
wenn nicht sogar schon der Unterschied zwischen höher
und geringer geleugnet wird.“
Er kritisiert diese Annahmen: „Die führenden
Vorstellungen des neunzehnten Jahrhunderts, die von sich behaupteten,
daß sie die Metaphysik abschafften, sind selbst eine
schlechte, tückische und dem Leben gefährliche Art
von Metaphysik. Wir leiden unter ihnen wie unter einer tödlichen
Krankheit.“
Schumacher
kam von den Wirtschaftswissenschaften und wurde ein Verfechter
der TRADITION. Sein postumes Werk „A Guide für
the Perplexed“ (dt.: “Rat für die Ratlosen”)
präzisiert seine Auffassung von dem, was er „höher“
nennt. Diese Auffassung durchzieht sich wie ein goldenes Band
(aurea catena) durch die Jahrtausende. In Small is Beautiful
finden wir die ökonomische Anwendung.
Schumacher war übrigens stark beeinflusst durch, von
den herrschenden Wirtschaftswissenschaften gerne unterschlagenen
Leopold Kohr.
Unbedingt
lesenswert. Liebevoll geschrieben - von einem Wirtschaftsfachmann,
der die Menschen liebte.
(©
2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)
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