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Inhalt:
Die Korrespondenz zwischen Rainer Maria Rilke und Claire Goll
wird zum ersten Mal aus den im Deutschen Literaturarchiv in
Marbach am Neckar aufbewahrten Originalhandschriften veröffentlicht.
Dazu werden sieben Gedichte Rilkes in französischer Sprache
gedruckt, die dieser im Februar 1924 als kleines handgebundenes
Buch an Claire Goll gesandt hatte und die 1926 unter dem Titel
Vergers im Verlag "Nouvelle Revue Francaise"
in Paris erschienen. Der vorliegende Briefband enthält
auch das bisher unveröffentlichte und lange verschollen
geglaubte Manuskript Gefühle. Verse von Claire Studer,
das sich im Archiv des Insel Verlags Anton Kippenberg, Leipzig,
wiederfand.
Der
Briefwechsel beginnt 1918, kurz nach der ersten Begegnung
Claires und Rilkes in München. Aus der frühen Zeit
der Beziehung sind nur Rilkes Briefe erhalten, die trotz ihrer
Verhaltenheit zeigen, dass es bald nicht mehr bei einer bloßen
Freundschaft zwischen dem 43jährigen und der 28jährigen
blieb.
Nach
Wochen vertrauter Gemeinsamkeit reist Claire 1919 nach Berlin,
hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe für Yvan, den
sie im Jahr 1917 im Genf kennengelernt hatte, und ihrer Leidenschaft
für Rilke. Anfang 1919 kehrt Claire in die Schweiz zurück,
ohne Rilke noch einmal gesehen zu haben.
Von
1920 bis 1923 tritt in der Korrespondenz eine Pause ein, und
im Februar 1925 sehen sich die beiden wieder. Es existieren
keine unmittelbaren schriftlichen Äußerungen über
diese Begegnung, doch spricht Claires Brief vom April 1925
eine sehr deutliche Sprache: "Ist man doch so beschenkt,
wenn man Dich nur ansieht, geschweige wenn man Dich hört
... Du weißt ja, dass ich seit acht Jahren noch nicht
wagte zu erfahren, ob Du es bist oder der liebe Gott".
(©
2000 Wallstein Verlag)
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