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Inhalt:
Europa im fünfzehnten Jahrhundert. Michel Melzer, ein Spiegelmacher
aus Mainz, reist in das ferne Konstantinopel, um sein Glück
zu machen. Durch Zufall gelangt er dort in den Besitz einer
Erfindung, die unermeßlichen Reichtum verspricht: das Geheimnis
der künstlichen Schrift. Dadurch gerät er in den Konflikt
zwischen dem Kaiser von Byzanz und dem türkischen Sultan,
dem Papst in Rom und dem Dogen von Venedig. Doch der Spiegelmacher
läßt sich allein vom Zauber der schönen Lautenspielerin Simonetta
blenden, die im Dienst einer fremden Macht steht, welche die
Schwarze Kunst für ihre eigenen Zwecke mißbrauchen will.
(© 2001 Bastei Lübbe Verlag)
Fazit:
Seiner Spiegelmacherwerkstatt in Mainz durch Brand beraubt,
reist Michel Melzer nach Konstantinopel, um dort seine Tochter
ihrem zukünftigen Gemahl zu übergeben und sich eine neue Existenz
aufzubauen. Doch es kommt anders als erwartet. Editha flieht
vor der unerwünschten Heirat und Melzer gelangt zufällig in
Kontakt zu einigen Chinesen, die seine Fertigkeiten für ihre
neue Kunst, das Drucken von Texten, benötigen.
Die Schwarzkunst, mit deren Hilfe ein Mann schneller schreiben
kann als hundert Mönche, zieht die Augen der Mächtigen von
Kirche und Staat auf sich und Melzer gerät zwischen die widerstreitenden
Fronten. Er flieht nach Venedig, wo er ebenfalls bald von
den unterschiedlichen Parteien bedrängt wird, so dass er zur
Rettung seines Lebens nur die erneute Flucht zurück nach Mainz
sieht.
Für die ihm dort zugeteilten Druckaufträge nimmt er die Hilfe
seines ehemaligen Gesellen Johannes Gensfleisch, dem er eigentlich
die Schuld an dem Niederbrennen seiner Werkstatt gibt, an.
Ein Fehler, denn erneut verrät ihn der spätere Johannes Gutenberg,
bringt ihn ins Gefängnis und erntet selbst den Lohn der neuen
Erfindung.
Schon lange bevor Johannes Gutenberg, vormals Gensfleisch,
in Europa durch den Druck mit beweglichen Lettern berühmt
wurde, kannte man Holzschnittdrucke und in China auch den
Buchstabendruck mit Tonlettern. Philipp Vandenberg entwirft
hier eine völlig neue Geschichte darüber, wie Gutenberg an
diese weltverändernde Erfindung gelangte.
Als hinterhältiger und eigensüchtiger Geselle, der seinen
Meister an die Kirche verrät und so dessen Erfindung für sich
nutzen kann, spielt er in diesem Roman nur eine Nebenrolle.
Berichtet wird von Michel Melzer, einem Spiegelmacher aus
Mainz, den es nach Konstantinopel treibt, wo er Chinesen kennenlernt,
die seine Kunst benötigen, um ihre verlorengegangenen Tonlettern
durch metallene Buchstaben zu ersetzen und damit gleichzeitig
ihre Druckfertigkeit zu verbessern.
Der Leser verfolgt Melzers Schicksal, den Verlust seiner Tochter
Editha, deren weiteres Leben am Rande beschrieben wird, seine
Liebe zu einer Lautespielerin, die mit einer, der ihn bedrängenden
Parteien in Verbindung steht und vor allem die Gefahren, in
die er durch die Macht der Schwarzkunst wiederholt gerät.
Egal, wo er ist, treten die Mächtigen an ihn heran, erwarten
den Druck von Ablassbriefen oder anderen Traktaten, die gleichzeitig
herzustellen ihm nicht möglich sind, weil die Inhalte und
Parteien gegeneinander opponieren.
Das Motiv der Lebensbedrohung mit anschließender Flucht findet
sich immer wieder. Leicht und schnell lässt sich dieses Buch,
das aber durch die Handlung wenig zu fesseln vermag und dessen
Figuren farblos sind, lesen. Für einen historischer Roman
ist zu wenig der damaligen Mentalität und Lebensart spürbar
und es sind keine wichtigen Ereignisse einbezogen. Eigentlich
weisen nur die heute nicht mehr vorhandenen Machtstrukturen
darauf hin, dass es sich hier um ein Geschehen Ende des 15.
Jahrhunderts handelt.
(©
2001 Stefanie Brink für all-around-new-books.de)
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