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Wirtschaft, Politik & Zeitgeschichte

Against All Enemies
Der Insiderbericht über Amerikas Krieg
gegen den Terror

Autor: Richard A. Clarke
Deutsch von Norbert Juraschitz, Werner Roller und Heike Schlatterer

gebunden mit Schutzumschlag, 384Seiten
erschienen: Juni 2004
Hoffmann & Campe
ISBN: 3-455-09478-3
Preis: 19,90 Euro

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Inhalt:
Binnen weniger Tage wurde Against All Enemies zu einem hochbrisanten Politikum, über das die Medien weltweit berichteten. Der Bestseller ist das Gesprächsthema Nummer eins, meldete "Spiegel online" am 26. März 2004 aus Washington. Was macht
die Schlagkraft dieses Buches aus? Die Bush-Administration hat die Gelegenheit verpasst, Al Qaida zu zerschlagen, schreibt Richard A. Clarke. Sie habe alle Warnungen vor Al Qaida ignoriert, in einem unnötigen Krieg gegen Irak wertvolle Zeit verloren und
dem Terrorismus Gelegenheit gegeben, sich neu zu organisieren.

Wie kein anderer ist Clarke berechtigt, ein solches Urteil zu fällen.
Niemand in den USA weiß mehr über Bin Laden und Al Qaida als er, der dem Kampf gegen den Terrorismus über zwei Jahrzehnte seines Berufslebens gewidmet hat. Er war unter Clinton und Bush Cheforganisator der amerikanischen Anti-Terror-Politik und leitete
in den entscheidenden Stunden nach den Anschlägen auf die Twin Towers den Krisenstab im Weißen Haus. Er kennt die Geschichte des amerikanischen Kampfes gegen den Terror aus eigenem
Erleben als ein Protagonist des Geschehens, und so liest sich
sein Bericht, der sich auf die Entwicklungen vom ersten Golfkrieg bis zu "Bushs Vietnam" im Irak konzentriert, wie ein autobiografischer Thriller.

(© 2004 Hoffmann & Campe Verlag)


Buchbesprechung - Rezension:

Der Autor
Richard Clarke wurde 1951 geboren. Er diente vier amerikanischen Präsidenten als Sicherheitsberater: Ronald Reagan, George H. W. Bush, Bill Clinton und George W. Bush. Von 1973 bis 2003 war er mit Aufklärung und Terrorabwehr beauftragt. Im Januar 2003 trat er zurück, um an seinem Buch Against All Enemies zu arbeiten.

Das Buch
Ein Insider berichtet.
Um die Jahrtausendwende hatte sich Sicherheitsberater Richard A. Clarke eingezoomt auf al-Qaida. Er wollte sie jagen. Vergeblich warb er um Unterstützung. Vergeblich erklärte er den Führungsgrößen des FBI:
“Al-Qaida ist eine weltweit operierende politische Verschwörung, die sich als religiöse Sekte tarnt. [...] Ihr Ziel ist eine Theokratie im Stil des 14. Jahrhunderts, in der Frauen keine Rechte haben, alle Menschen zwangsweise zu Muslimen werden und die Rechtsordnung der Scharia eingesetzt wird [...] Al-Qaida nutzt auch ein globales Bankennetz und Finanzssystem, um seine Aktivitäten zu finanzieren. Diese Leute sind klug, viele von ihnen wurden an unseren Universitäten ausgebildet, und sie planen sehr langfristig. Sie gehen davon aus, dass es ein Jahrhundert dauern kann, bis ihre Ziele erreicht sind, und eines ihrer Ziele ist die Zerstörung der Vereinigten Staaten von Amerika.“

Clarke kritisiert die Bush-Administration dafür, in der langen Zeit vor den Anschlägen des 11. September trotz aller Warnungen untätig geblieben zu sein. Dafür nennt er konkrete Beispiele: „Am 4. September 2001 fand endlich die Chefbesprechung zu Al-Qaida statt, um die ich am 25. Januar „dringend“ gebeten hatte.“
Er kritisiert den Irak-Krieg der Bush Regierung als kontraproduktiv. Dringend wichtige Maßnahmen - wie zum Beispiel der Ausbau des Heimatschutzes - unterblieben, während ein ungerechtfertigter Krieg gegen ein Land vom Zaun gebrochen wurde, das mit Al-Qaida nichts zu tun hatte: "Die Entscheidung aber, den Irak fast im Alleingang anzugreifen, war kostspielig und falsch."

Wir erfahren im Vergleich zwischen Bill Clinton und George W. Bush, wie letztgenannter die Ressourcen seines Verstandes nutzt:
"... er suchte immer nach einfachen Lösungen, wollte ein Problem immer in knackigen Schlagworten umschreiben. Sobald er die passende Parole hatte, konnte er seine ganze Tatkraft darauf verwenden, dieses Ziel zu erreichen ...
Ich bezweifle, dass irgend jemand ihm jemals hätte erklären können, dass ein Angriff auf den Irak in Wirklichkeit Amerika unsicherer machen und die extremistische islamische Bewegung stärken würde ...
Wir und unsere Wertvorstellungen müssen eine größere Anziehungskraft auf Muslime ausüben als Al Qaida mit ihrer extremistischen Ideologie. Zur Zeit wächst die Unterstützung für sie und vergleichbare Gruppierungen von Marokko bis Indonesien.
Wenn dieser Trend anhält, werden die radikalen Imame und ihre Koranschulen weit mehr Terroristen hervorbringen, als wir ins Gefängnis stecken oder erschießen können. (Das erkannte selbst Donald Rumsfeld im Jahr 2003 endlich, wie aus einem durchgesickerten internen Memorandum hervorgeht, das ein weit düstereres Bild vom Krieg gegen den Terrorismus zeichnet als seine öffentlichen Äüßerungen.)"

Nebenbei bemerkt ist im London des Jahres 2004 bei der islamischen Bevölkerung der beliebteste männliche Name für Neugeborene „Osama“.

Bewertung
Against All Enemies ist lesenswert. Und es ist verstörend.
Es ist unglaublich, welche Fäkalsprache in den hohen Rängen der US-Administration verwendet wird. Es ist unglaublich, welche Geisteszwerge es zu hohen Posten in der US-Regierung bringen:
„Einer meiner Mitarbeiter und ich trafen uns zu Beginn von [Justizminister] Ashcrofts Amtszeit mit ihm. [...] Auf der Fahrt zurück zum Weißen Haus fragte mich mein Kollege: “Er kann doch nicht wirklich so schwer von Begriff sein, oder? Mann kann doch nicht Justizminister der Vereinigten Staaten werden, wenn man so ist?“ Ich war mir nicht sicher. „Ich weiß nicht“, sagte ich.“

Es ist gut geschrieben und spannend. Es enthält reichlich Anekdoten und Fallbeispiele, die eben nur jemand aus dem inneren Kreis kennen kann. Es bestätigt Befürchtungen. Befürchtungen, von denen man dachte, so schlimm könne es doch nicht sein.

Richard A. Clarke führt weiter aus: "Außerdem gab es vor allem bei Präsident Bush das Bedürfnis, als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September "eine Großtat" zu vollbringen."

"Es war, als hätte Usama Bin Laden, versteckt in irgendeinem Unterschlupf im Gebirge, aus der Ferne Bushs Entscheidungen gesteuert und ihm eingeflüstert: "Marschiere im Irak ein, George, du musst im Irak einmarschieren."

Man kann Clarke nur gratulieren, dass er sich rechtzeitig aus diesem Marionetten- und Selbstdarstellungstheater verabschiedet hat und seine "Erfahrungen" publik macht. Leider muss der Rest der Welt dieses amerikanische Regierungsdesaster mit all seinen wirren Taten und verheerenden Folgen weiterhin ertragen - zumindest bis zur nächsten Präsidentschaftswahl ...

(© 2004 Holger Roehlig für all-around-new-books.de)

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Rund um´s Buch

S e r v i c e

Die Originalausgabe
erschien ...

im März 2004 unter dem Titel "Against All Enemies: Inside America's War on Terror"

Ebenfalls
erschienen als ...

Hörkassette (2004 - Englisch.)

Audio-CD
(2004 - Englisch)

E-Book (Adobe Reader)
(2004 - Englisch)

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