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Inhalt:
Dieser autobiographische Roman beginnt in Sigmaringen, wo
Celine unter fürchterlichen Bedingungen als Lagerarzt
arbeitet, zum Kriegsende aber nach Dänemark weiterflüchten
muß. Dort macht man ihm den Prozeß. Man schiebt
ihn Jahre später nach Frankreich ab. Celin starb 1961
verarmt in seiner Heimat. Die absolute Respektlosigkeit in
Celines poltischer Abrechnung und seine ausdrucksstarke, exzessive
Sprache, die wie eine Bombe in die Welt der Literatur einschlug,
machten ihn zu einem der wichtigsten und aufregendsten Autoren
des 20. Jahrhunderts.
(©
1994 Rowohlt Verlag)
Buchbesprechung - Rezension:
Mit Von einem Schloß zum anderen meldete sich
ein enfant terrible der Literatur nach dem Krieg als Romancier
zurück. Mit den Büchern Reise
ans Ende der Nacht und Tod
auf Kredit hatte er sich einen Namen gemacht.
Das Buch Von einem Schloß zum anderen von Céline
ist der erste Teil einer Trilogie, die mit Norden und
Rigodon weitergeht. Dort hält er seine Erfahrungen
im Exil, in Deutschland und Dänemark auf seine ganz eigene
Art fest.
Der
autobiografische Roman, 1957 erschienen, spielt zum großen
Teil in Sigmaringen, wohin die Vichy-Regierung, vor der Landung
der Alliierten, geflüchtet ist. Auch Céline war
unter den Flüchtlingen und arbeitete dort unter schlechten
Bedingungen als Arzt. Zum Kriegsende durchquerte er auf seiner
Flucht nach Dänemark das unter den Bombardements der
Alliierten brennende Deutschland.
Céline zeigt sich auch hier als Provokateur und Selbstdarsteller.
Nihilistisch, alles und jeden verdammend, drischt er auf die
Welt ein: "Aber ich habe vielleicht keinen Grund, mich
zu beklagen... denn ich lebe noch ... und jeden Tag verliere
ich Feinde! ... an Krebs, an Schlaganfall, an Fresssucht ...
das freut einen, wie das so abschwimmt! ... lassen wird das
...! der eine, dann der andere! Es gibt doch noch Freuden
in der Natur ..."
Die sprunghafte Erzählweise, das Spiel mit Sprache und
Interpunktion, reizt der Autor voll aus.
Es
ist sicher nicht leicht zu lesen, braucht den Vergleich mit
Reise
ans Ende der Nacht und Tod
auf Kredit nicht zu scheuen, wirkt aber gerade deswegen
manchmal wie ein Aufguss dieser zwei Romane. Das Buch ist
eben in dem typisch verstörenden sprachakrobatischen
Stil Célines geschrieben.
Sehr gut sind die Fußnoten, die Personen, Anspielungen
und erwähnte Dinge zum Verständnis des Textes erklären.
Ein Roman für interessierte Stilistiker und Fans von
Céline.
(©
2004 Ulf Großmann für all-around-new-books.de)
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